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Gute Konjunktur, viele Krankmeldungen

Gute Konjunktur, viele Krankmeldungen

Zahl der Ausfälle am Arbeitsplatz so hoch wie seit 20 Jahren nicht – Oft sind chronische Leiden die Ursache.

Berlin. Die Arbeitnehmer in Deutschland haben sich nach Angaben der Krankenkasse DAK-Gesundheit im ersten Halbjahr 2016 häufiger krank gemeldet als in den Vorjahren. Die wichtigsten Fragen:

Ist der Krankenstand bei schlechter Konjunktur höher?

Nein, nicht zwingend, sagt der Mit-Autor des regelmäßig erscheinenden DAK-Gesundheitsreports, Jörg Marschall vom IGES-Institut. „Man nimmt vielmehr an, dass in Zeiten schlechter Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit Arbeitnehmer sehr zurückhaltend sind mit Krankschreibungen.“ Umgekehrt gelte in Zeiten guter Konjunktur und guter Arbeitsmarktlage, dass die Arbeitnehmer „Erholungsrückstau“ abbauen und dann vielleicht doch die dringend benötigte Kur endlich machen.

Ist der Höchststand seit rund 20 Jahren dramatisch?

„Höchststand hört sich dramatisch an“, sagt Marschall. Wenn man aber bedenke, dass der Durchschnitts-Versicherte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 7,9 Tage krank war, dann sei das nicht viel. Die meisten Arbeitnehmer seien nicht krank. Andere haben langwierige chronische Krankheiten, zum Beispiel nach einer Krebsoperation oder bei psychischen Erkrankungen. „So kommen dann schnell solche Durchschnittswerte zustande, ohne dass ich dahinter etwas Dramatisches vermuten muss“, sagt Marschall.

Wieso nehmen psychische Erkrankungen zu?

Die Krankheit wird nach und nach enttabuisiert. Ärzte und Patienten sind zunehmend bereit, über psychische Probleme zu sprechen und sie als Diagnose auch aufzuschreiben. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass jeder Dritte im Jahr wenigstens einmal an einer psychischen Erkrankung leidet. Das seien in der Regel keine schweren Erkrankungen wie Schizophrenie, sondern vermutlich vielfach leichtere Depressionen, sagt Marschall.

Ist die Zunahme auch auf die Arbeitsverhältnisse selbst zurückzuführen?

Viele Arbeitnehmer klagen anderen Studien zufolge über eine Zunahme der Stressfaktoren am Arbeitsplatz – unter anderem wird ständige Erreichbarkeit genannt. Der Vorsitzende der Partei Die Linke, Bernd Riexinger, meint: „Dauerstress, Überstunden und Angst vor Arbeitsplatzverlust sind Stressfaktoren, die psychisch und körperlich krank machen.“ Arbeitsverdichtung durch Personalmangel führt ebenfalls zu steigenden gesundheitlichen Belastungen.

LN

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