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Wirtschaft im Norden HSH-Abwicklungsgesellschaft macht halbe Milliarde Verlust
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11:39 11.08.2017
Die HSH Nordbank muss bis Februar 2018 verkauft sein. Quelle: Foto: Dpa
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Kiel/Hamburg

Der Verlust sei vor allem eine Folge zusätzlicher Risikovorsorge für die übernommenen Kredite von 470 Millionen Euro sowie einmaliger Kosten für die Gründung und den Aufbau der HSH Portfoliomanagement AöR, heißt es in einer Mitteilung.

Die Anstalt hatte im Auftrag der Länder am 1. Juli 2016 im Zuge des anstehenden Verkaufs der HSH Nordbank schlechte Kredite der Bank im Nominalwert von 4,1 Milliarden Euro übernommen und dafür 2,4 Milliarden Euro bezahlt. Als Sicherheit dienten 253 Schiffe, davon zwei Drittel Containerschiffe. Der Auftrag der Länder an die neue Gesellschaft lautete, diese Kredite möglichst mit Gewinn zu verwerten und abzuwickeln.

Zum Jahresende hatte die Abwicklungsgesellschaft Forderungen von 4,48 Milliarden Euro gegen ehemalige Kreditnehmer der HSH Nordbank in ihrer Bilanz. Das war mehr als zu Beginn, weil zum einen die Forderungen oft in Dollar lauten, aber in Euro ausgewiesen sind. Der Dollar war 2016 stark, damit stiegen die Forderungen in Euro an. Zum anderen wurden nicht alle fälligen Zinsen von den Reedern bezahlt und erhöhten so die Kreditsumme.

Die Forderungen stehen mit einem Buchwert von 2,04 Milliarden Euro in der Bilanz und waren mit 251 Schiffen besichert. Im ersten Quartal 2017 wurde der Bestand um weitere acht Schiffe verringert. „Mit den bisherigen Erlösen aus dem Abbau der notleidenden Forderungen sind wir in Summe zufrieden“, sagte Geschäftsführerin Ulrike Helfer. Ein Sprecher der Gesellschaft ergänzte, dass Schiffe zu Preisen verkauft wurden, die eine vollständige Ablösung der zugrundeliegenden Kreditverträge ermöglichten.

„Im vergangenen Jahr hat sich der Ausblick bei Charterraten noch mal verschlechtert und stand in einigen Schiffsklassen auf einem Allzeit-Tief. Davon war das Schiffskreditportfolio der Länderanstalt stark betroffen“, sagte der Kieler Finanz- Staatssekretär Philipp Nimmermann. Daher sei es richtig, dass der Vorstand der HSH Portfoliomanagement umfangreich Risikovorsorge getroffen habe. „Von den Entwicklungen auf den Schifffahrtsmärkten hängt ab, ob die Verluste am Ende wirklich eintreten.“ Der Vorstand der HSH Portfoliomanagement habe die Eigentümer sehr rechtzeitig informiert.

„Nichtsdestotrotz ist diese Entwicklung nichts, was wir uns gewünscht haben“, erklärte Nimmermann. Der Abbau der notleidenden Kredite wird mindestens zehn Jahre dauern und möglicherweise teuer für die Steuerzahler. Der Hauptverlust ist bereits bei der HSH Nordbank entstanden, die die notleidenden Kredite mit einem Abschlag von mehr als 40 Prozent an die Abwicklungsgesellschaft verkauft hat.

Der daraus entstehende Verlust der Bank von 1,7 Milliarden Euro wurde gegen die Ländergarantien abgerechnet.

Wenn sich die Frachtraten und Schifffahrtsmärkte erholen sollten, werden die Sicherheiten wieder werthaltiger und die Kredite können leichter zurückgezahlt werden. Doch danach sieht es auch im neunten Jahr der Schifffahrtskrise nicht aus, trotz einiger positiver Signale im ersten Halbjahr. „Für das Gesamtjahr 2017 ist eine signifikante Erholung der Charterraten oder Schiffswerte aufgrund weiterhin bestehender Überkapazitäten unwahrscheinlich“, heißt es. Die Länder-Gesellschaft hatte von der HSH die schwierigsten und schlechtesten Kredite übernommen, bei denen die Schiffe oft nur noch ihren Schrottwert aufweisen. Das soll den Verkauf der Bank erleichtern.

LN

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