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HSH Nordbank: Kiel ist optimistisch

Hamburg HSH Nordbank: Kiel ist optimistisch

Der Verkauf der angeschlagenen HSH Nordbank der Länder Hamburg und Schleswig- Holstein kommt offenbar voran. Am Freitag endete die Angebotsfrist. Und es seien tatsächlich mehrere Angebote eingegangen, heißt es jetzt. Bis Februar bleibt nun Zeit zu verhandeln.

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Die HSH Nordbank hat einen ihrer beiden Standorte in Kiel.

Quelle: Fotos: Rehder/dpa, Weihrauch/dpa

Hamburg. Die Europäische Kommission hatte die beiden Länder verpflichtet, ihre Anteile an der 2009 mit Milliarden-Garantien vor der Pleite geretteten Bank abzustoßen. Im Februar 2018 muss diese Privatisierung über die Bühne gegangen sein, sonst muss das mittlerweile in eine Kern- und eine Abbaubank geteilte Institut abgewickelt, also dicht gemacht werden.

Die HSH hatte sich Anfang der 2000er Jahre im Geschäft mit faulen Krediten verhoben, war dann im Zuge der Finanzkrise 2008 ins Taumeln geraten. In diesem Januar wurde die Verkaufsanzeige veröffentlich. Tatsächlich meldete sich eine Reihe von Investoren. Einige von ihnen durften die Bank ab Juli genauer unter die Lupe nehmen, bekamen beispielsweise Informationen zu Geschäftszahlen und sprachen mit den Eigentümern und Experten aus der HSH. Investoren aus China und den USA sollen darunter gewesen sein, heißt es. Am Ende gaben dann wiederum einige von ihnen verbindliche Angebote ab.

Diese Angebote werden jetzt gesichtet. HSH-Nordbank-Chef Stefan Ermisch ist zuversichtlich, was die Verkaufschancen der Bank angeht. „Was mich dabei vielleicht noch zuversichtlicher stimmt, ist, dass die Investoren einen ganz zukunftsorientierten Blick eingenommen haben, was die HSH Nordbank angeht, und weit nach vorne blicken“, betont Ermisch in einem auf der Internet-Seite der Bank veröffentlichten Video-Statement. „Und das lässt uns weiter hoffen.“

Nach einer ersten Sichtung würden diese Angebote eine gute Grundlage bieten, um den Verkaufsprozess fortsetzen zu können, erklärten auch die für den HSH- Verkauf zuständige Kieler Ministerin Monika Heinold (Grüne) sowie Hamburgs SPD-Finanzsenator Peter Tschentscher. Sie müssen versuchen, den finanziellen Schaden für die Steuerzahler so gering wie möglich zu halten. So dürften in jedem Fall die Garantien in Höhe von zehn Milliarden Euro fällig werden. Zudem hatten die Länder der Bank noch im vergangenen Jahr auf Geheiß der EU ein Portfolio stark ausfallgefährdeter Schiffskredite abgenommen.

Es wird mittlerweile von einer Belastung der Länderhaushalte von zwölf bis 16 Milliarden Euro gerechnet. Das hieße, dass der schleswig-holsteinische Schuldenberg um bis zu acht Milliarden Euro anwachsen könnte. Die dafür fälligen Zinsen müssten aus dem Landeshaushalt bezahlt werden. Ab 2021 plant Kiel dafür pro Jahr 100 Millionen Euro ein, bis 2027 könnte der Betrag auf 140 Millionen Euro anwachsen.

Spannend wird also, welchen Preis die Investoren zu zahlen bereit sind und welche der alten, aufgelaufenen Verbindlichkeiten sie übernehmen wollen. Ziel sei weiterhin der Verkauf der Bank als Ganzes, heißt es aus dem Kieler Finanzministerium. Bankchef Ermisch hält die Kernbank mittlerweile für sehr gut aufgestellt. Sie komme vor allem im Geschäft mit Unternehmenskunden sowie in den Bereichen Erneuerbare Energien und Immobilien gut voran. Das Neugeschäft habe sich durchweg erfreulich entwickelt und sei in den ersten neun Monaten um rund zehn Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gestiegen. Auch der Abbau fauler Kredite aus den Jahren vor 2009 schreite zügig voran. Waren zum Jahresende 2016 noch 13,6 Milliarden Altlasten bei der Abbaubank gebündelt, so sollen es zum Ende dieses Jahres spürbar weniger als acht Milliarden Euro sein.

Im Landeshaus reagierten Politiker gestern verhalten optimistisch auf die Entwicklung. Die Privatisierung sei „in eine neue Phase eingetreten“, erklärte Lasse Petersdotter (Grüne). CDU-Fraktionschef Tobias Koch betonte, bis zu einem Verkauf der HSH Nordbank sei es „dennoch ein langer Weg“.

Von Wolfram Hammer

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