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HSH Nordbank poliert die Bilanz für den Verkauf auf

Hamburg/Kiel HSH Nordbank poliert die Bilanz für den Verkauf auf

In zwei Jahren muss das Institut einen neuen Besitzer haben – sonst wird es abgewickelt.

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Ein Mann betritt die HSH Nordbank in Hamburg. Auf einer Pressekonferenz legte der Bankvorstand seine Bilanz für 2015 vor.

Quelle: Fotos: Reinhardt/dpa

Hamburg/Kiel. . Bei der HSH Nordbank sind die Vorbereitungen für den Verkauf angelaufen, den die EU dem Institut verordnet hat. Am Anfang stehen umfangreiche Umbauarbeiten an der Bilanzstruktur, um die Ertragslage der Bank überhaupt erst einmal transparent darstellen zu können und das Institut so verkaufsfähig zu machen. „Die Wertschöpfungsstruktur wird sichtbar und die Kernbank steht absolut zukunftsfähig da“, sagte der neue Vorstandschef Stefan Ermisch gestern in Hamburg. Die EU-Kommission hatte in diesem Jahr endgültig eine Erhöhung der Ländergarantien für die HSH Nordbank auf zehn Milliarden Euro genehmigt, im Gegenzug aber den Verkauf des Instituts bis 2018 durchgesetzt. Die Länder dürfen für eine Übergangszeit von vier Jahren noch maximal 25 Prozent behalten.

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In zwei Jahren muss das Institut einen neuen Besitzer haben – sonst wird es abgewickelt.

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Die Bank leidet unter den schwachen Schifffahrtsmärkten und weiteren Altlasten. In einem ersten Schritt überträgt sie zum Ende dieses Monats faule Schiffskredite in Höhe von fünf Milliarden Euro an eine Zweckgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein und ist damit etwas entlastet. „Wir sind dann nicht mehr der größte Schiffsfinanzierer der Welt“, sagte Ermisch. In einem zweiten Schritt will die HSH weitere Kredite in Höhe von 3,2 Milliarden Euro über den freien Markt verkaufen, die jedoch überwiegend keine Schiffskredite sind. Bei der Bank bleiben danach noch Schiffskredite über 17,8 Milliarden Euro, von denen fünf Milliarden als notleidend einzustufen sind.

Die Schifffahrt steckt seit acht Jahren in einer tiefen Krise, so dass vielen Reedern die Puste ausgegangen ist und sie Zins und Tilgung für ihre Schiffe nicht mehr leisten können. Die HSH Nordbank hat noch 1600 Schiffe in ihrem Kreditportfolio; früher waren es 3300. Im Jahr 2018 soll der Käufer der HSH zwei ganz unterschiedliche Banken übernehmen: Die Kernbank mit einer Bilanzsumme von rund 68 Milliarden Euro und ein Ergebnispotenzial von 200 bis 300 Millionen Euro. Diese Bank vergibt Kredite in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und auch Schifffahrt. Daneben würde ein potenzieller Investor die Abbaubank mit einer Bilanzsumme von 14 Milliarden Euro übernehmen, in der die Altlasten gebündelt sind, allerdings nur noch wenig aus der Schifffahrt. Dieser Teil der Bank würde rund 200 Millionen Euro Verlust erwirtschaften. „Wir versuchen, die Abbaubank noch kleiner zu machen, aber dem sind Grenzen gesetzt“, sagte Ermisch. Die Risiken seien durch die Garantie der Länder weitgehend abgedeckt.

Die heiße Phase für den Verkauf beginnt 2017, wenn eine transparente Bilanz für 2016 vorliegt. Ermisch betrachtet den Verkauf der Bank trotz seines optimistischen Grundtons als Herausforderung. „Wir sehen schon, dass der deutsche Bankenmarkt in einer besonderen Verfassung ist“, sagte er. Sollte der Verkauf nicht gelingen, müsste die Bank abgewickelt werden.

Für 2015 weist die HSH Nordbank einen Gewinn von 450 Millionen Euro vor Steuern aus, nach 278 Millionen Euro im Jahr zuvor. Auch diese Gewinnzahl ist jedoch von verschiedenen Sondereffekten geprägt. So konnte die Bank Rückstellungen für Prämienzahlungen an die Länder auflösen, die sie nach der EU-Entscheidung nicht mehr leisten muss. Die Bank habe sichtbare Fortschritte auf dem Weg zu mehr Stabilität und nachhaltiger Profitabilität gemacht, heißt es.

Milliardenhilfe der Länder

2003 entstand die HSH Nordbank AG durch die Fusion der Hamburgischen Landesbank mit der Landesbank Schleswig-Holstein. Sie ist eine führende Bank für Geschäftskunden. Jahrelang war die Bank auch weltgrößter Schiffsfinanzierer. Im Zuge der Finanz- und Schifffahrtskrise geriet die HSH in Schieflage und konnte nur mit Milliardenhilfe ihrer Hauptanteilseigner, der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet werden. Zurzeit hat die Bank noch etwa 2500 Mitarbeiter, davon knapp 1000 in Kiel.

Eckart Gienke

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