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Wirtschaft im Norden Habeck bremst Windkraft-Ausbau
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Habeck bremst Windkraft-Ausbau
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21:13 20.05.2016
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Kiel

Energieminister Robert Habeck (Grüne) will den geplanten Ausbau der Windkraft in Schleswig-Holstein um zehn Jahre strecken. „Ich bin dafür, Tempo rauszunehmen“, sagte der Grünen-Politiker im Interview mit dem schleswig-holsteinischen Zeitungsverlag. Im Netzwerk Instagram schrieb Habeck zudem gestern mit Blick auf den Ausbau der erneuerbaren Energien:

Deutschland investiere in Solar, „wenn es teuer ist, danach lassen wir es. Das soll jetzt auch mit Wind passieren? Aus Rücksicht auf Kohle?“

Bisher war das Ziel, dass Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2020 drei Mal mehr Strom aus alternativen Energien produziert, als es selbst verbraucht (300-Prozent-Ziel). Habeck möchte die Erreichung dieses Ziels jetzt bis 2030 schieben. „Das gibt uns die Chance, die Energiewende kontinuierlich und als gesamtgesellschaftliches Projekt voranzubringen.“

Trotz der nun geplanten Drosselung des Windkraft-Ausbaus hält Habeck demnach am Ziel fest, „bis spätestens Mitte des Jahrhunderts CO2-frei zu sein“. So könnten die Interessen vom Klima- und Artenschutz bis hin zum Schutz des Wohnumfeldes besser austariert werden. Denn, so räumt der Minister in dem Interview ein: „Die Energiewende ist ein enormer Veränderungsprozess, und ich habe als Energiewendeminister von Anfang gesagt, dass sich die Heimat verändern wird.“

Gleichzeitig wirbt der Minister für Akzeptanz bei der Umstellung auf erneuerbare Energien: „Ein Atomkraftwerk konnte man noch mit Polizeischutz durchsetzen. Wenn wir jedes Windrad mit einer Polizeihundertschaft schützen müssen, dann geht es nicht mehr“, sagte er. „Wir sind darauf angewiesen, dass die Leute es mittragen.“ Doch er nehme eine große Unruhe bei Naturschützern und Bürgern zum Thema wahr. Seit einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig, welches die bisherigen Windkraftflächen gekippt habe, gebe es „eine große Unklarheit, was in welchem Tempo wann wo passiert oder passieren könnte“, sagte er.

Die Opposition lobte Habecks Energiewende-Bremse. CDU-Landeschef Ingbert Liebing teilte mit: „Mehr Realismus tut der Energiewende gut.“ Es sei falsch, so schnell wie möglich so viel wie möglich Strom aus erneuerbaren Energien zu erzwingen.

LN

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