Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Habeck fordert Bundeshilfe für Dorschfischer
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Habeck fordert Bundeshilfe für Dorschfischer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:06 12.08.2016
Archivbild: Gefangener Dorsch liegt in einer Kiste, aufgenommen am 08.10.2010 im Hafen Barhöft (Mecklenburg-Vorpommern). Quelle: Stefan Sauer/dpa
Anzeige
Kiel

Schleswig-Holsteins Fischereiminister Robert Habeck will beim Bund Hilfe für die Dorschfischer einfordern. Dies machte der Grünen-Politiker am Freitag in Kiel nach einem Treffen mit Vertretern der Fischerei- und der Anglerverbände deutlich. Hintergrund ist die angekündigte drastische Kürzung der Dorschfangquote. Sie soll im nächsten Jahr in der westlichen Ostsee für die Erwerbsfischerei um 87,5 Prozent verringert werden.

Dies sei existenzvernichtend für die Ostsee-Fischer, deren Hauptfangfisch der Dorsch ist, sagte Habeck. Er will sich unter anderem für Stilllegungsprämien und auch für Umstellungshilfen zugunsten jener Fischer einsetzen, die vom Dorsch auf andere Fischarten wechseln wollen.

Dafür müsste die EU die verwaltungstechnischen Voraussetzungen schaffen. Das Geld käme vom Bund und aus einem EU-Topf. Einige Millionen Euro würden Schätzungen zufolge für die betroffenen deutschen Fischer benötigt.

Seine Vorschläge will Habeck in einem Brief an Bundesminister Christian Schmidt (CSU) darlegen. Die drastische Quotenkürzung hat der für die wissenschaftliche Fangempfehlung verantwortliche Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) für die Erwerbsfischerei vorgeschlagen. Damit würde die deutsche Fangmenge von 2715 auf nur noch 339 Tonnen sinken. Hintergrund ist der fast vollständige Ausfall des Nachwuchsjahrgangs 2015 beim Dorsch.

Mit den Verbandsvertretern sprach Habeck am Freitag über Möglichkeiten, die Folgen der Quotenkürzung abzufedern. Denkbar wäre für Habecks zum Beispiel, Haupterwerbsfischern für dauerhafte Stilllegungen Ausgleichszahlungen zu geben. Die damit nicht genutzten Anteile sollten auf die verbleibenden Fischer verteilt werden. In der deutschen Ostsee sind derzeit 167 Haupterwerbsfischer aus Schleswig-Holstein aktiv. Hinzu kommen 255 im Nebenerwerb.

Nicht von der Quote erfasst ist die Angelfischerei. Habeck zeigte sich dankbar, dass die Angler mit den Berufsfischern solidarisch sein und zu deren Gunsten eigene Fangmengen reduzieren wollten. Dies müsse aber noch genauer geklärt werden.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gegner des geplanten Ostsee-Tunnels zwischen Fehmarn und Dänemark können noch bis zum 26. August Widerspruch gegen das Milliardenprojekt einreichen. Die Planungsdokumente lagen bis Freitag in zwölf Dienststellen in Schleswig-Holstein und einer in Mecklenburg-Vorpommern aus.

12.08.2016

Immer weniger Schiffe nutzen den Nord-Ostsee-Kanal auf dem Weg in die Ostsee. Die Zahl sank nach Angaben der Schifffahrtsverwaltung erstmals seit langem wieder unter ...

11.08.2016

Kriminelle können Signal einfach knacken – VW ist besonders betroffen.

11.08.2016
Anzeige