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Habeck fordert vom Bund Hilfe für Dorschfischer

Kiel Habeck fordert vom Bund Hilfe für Dorschfischer

Kieler Umweltminister sprach mit Verbänden über die Folgen der reduzierten Fangquoten – Nach Schätzungen werden vier bis sechs Millionen Euro benötigt.

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Fischer Dennis Freitag (23) fährt mit dem Kutter von Travemünde nach Grömitz, um die Netze einzuholen.

Quelle: Fotos: Alessandra Röder, Markus Scholz/dpa

Kiel. Schleswig-Holsteins Fischereiminister Robert Habeck will beim Bund Hilfe für die Dorschfischer einfordern. Dies machte der Grünen-Politiker gestern in Kiel nach einem Treffen mit Vertretern der Fischerei- und der Anglerverbände deutlich. Hintergrund ist die angekündigte drastische Kürzung der Dorschfangquote. Sie soll im nächsten Jahr in der westlichen Ostsee für die Erwerbsfischerei um 87,5 Prozent verringert werden. „Für die Fischereibetriebe in Schleswig- Holstein ist das aber existenzvernichtend. Dorsch ist ihr Hauptfangfisch, die meisten haben kaum oder keine Alternativen“, sagte er. In Schleswig-Holstein gibt es nach Angaben des Ministeriums 167 Fahrzeuge der Haupterwerbsfischerei in der Ostsee und 255 der Nebenerwerbsfischerei.

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Kieler Umweltminister sprach mit Verbänden über die Folgen der reduzierten Fangquoten – Nach Schätzungen werden vier bis sechs Millionen Euro benötigt.

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Habeck will sich unter anderem für Stilllegungsprämien und auch für Umstellungshilfen zugunsten jener Fischer einsetzen, die vom Dorsch auf andere Fischarten wechseln wollen. Dafür müsste die EU die verwaltungstechnischen Voraussetzungen schaffen. Das Geld käme vom Bund und aus einem EU-Topf. Vier bis sechs Millionen Euro würden Schätzungen zufolge für die betroffenen deutschen Fischer benötigt.

Seine Vorschläge will Habeck in einem Brief an Bundesminister Christian Schmidt (CSU) darlegen. Die drastische Quotenkürzung hat der für die wissenschaftliche Fangempfehlung verantwortliche Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) für die Erwerbsfischerei vorgeschlagen. Damit würde die deutsche Fangmenge von 2715 auf nur noch 339 Tonnen sinken. Hintergrund ist der fast vollständige Ausfall des Nachwuchsjahrgangs 2015 beim Dorsch. „Es bedarf möglichst schnell einer Prognose, ob der starke Bestandsrückgang eine Ausnahme ist oder wir uns dauerhaft darauf einstellen müssen.

Hier ist die Wissenschaft gefragt, zumindest vorläufige Angaben zu liefern, noch ehe wir weitreichende politische Entscheidungen treffen“, sagte Habeck. Mit den Verbandsvertretern sprach der Minister gestern über Möglichkeiten, die Folgen der Quotenkürzung abzufedern. Denkbar wäre für Habeck zum Beispiel, Haupterwerbsfischern für dauerhafte Stilllegungen Ausgleichszahlungen zu geben. Die dabei nicht genutzten Anteile sollten auf die verbleibenden Fischer verteilt werden.

Nicht von der Quote erfasst ist die Angelfischerei. Sie betreffe aber einen relevanten Teil des Dorschfangs. „Es gibt einen großen Schulterschluss der Freizeitfischereiverbände mit den Berufsfischern und große Solidarität, das hat mich beeindruckt. Die Angler haben sich grundsätzlich bereit erklärt, über Schonmaß und Schonzeiten einen Beitrag zu leisten. Der Umfang muss noch geklärt werden, aber in jedem Fall verdient dieses Signal große Anerkennung“, erklärte Habeck. Wichtig sei jetzt, dass das, was nicht von den Anglern gefangen wird, dann auch den Fischern zur Verfügung steht. „Fangen die Angler in Schleswig-Holstein weniger, müssen die Fischer mehr fischen dürfen.“

Rat von Wissenschaftlern

Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) gibt jährlich Empfehlungen für Fangquoten. Das Gremium wurde 1902 in Kopenhagen von Dänemark, Finnland, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Russland und Großbritannien gegründet. Heute zählt der ICES 20 Mitgliedstaaten – neben den Gründungsstaaten Belgien, Kanada, Estland, Frankreich, Island, Irland, Lettland, Polen, Portugal, Russland, Spanien und die USA. 110 Fischarten und ihre Entwicklung werden wissenschaftlich überwacht.

LN

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