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Habeck will mehr Ökostrom in der Region nutzen lassen

Berlin Habeck will mehr Ökostrom in der Region nutzen lassen

Für 200 Millionen Euro jährlich bleibt Strom im Norden ungenutzt – etwa, weil Netze überlastet sind. Nun soll die Energie verbilligt an Verbraucher abgegeben werden.

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Große Strommengen von Windrädern bleiben ungenutzt, wenn die Netze überlastet sind. Das könnte sich bald ändern.

Quelle: Fotos: Rehder, Stratenschulte/dpa

Berlin. Es ist ärgerlich und teuer: Jährlich wird im Norden Strom aus Windkraft für rund 200 Millionen Euro „abgeregelt“, wie der Fachmann sagt. Das bedeutet, dieser Strom – im Jahr 2014 waren es etwa acht Prozent – darf nicht ins Stromnetz eingespeist werden, weil das Netz überlastet ist, weil es gerade keinen Bedarf für die Ökoenergie gibt. Bezahlt wird der nicht benötigte Strom den Betreibern der Anlagen über die EEG-Umlage allerdings dennoch. Der Kieler Energiewende-Minister Robert Habeck (Grüne) und zahlreiche Mitstreiter aus der alternativen Energiebranche sowie der norddeutschen Wirtschaft wollen das nun ändern. „Lasst uns nicht Geld ausgeben, für Strom, der nicht genutzt wird, sondern ihn ins Netz einspeisen und verkaufen“, sagen sie.

 

LN-Bild

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) wirbt für eine neue Idee.

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Der Vorschlag von Habeck und der Vereinigung Norddeutsche Energiewende 4.0 (NEW) mit 60 Firmen lautet: Im Fall der „Überproduktion“ von Ökostrom, der bislang zwangsweise abgeschaltet wird, werden bestimmte Stromverbraucher zugeschaltet, die diesen Strom verbilligt kaufen können. Allerdings müsste dazu das Erneuerbare-Energien- Gesetz entsprechend geändert werden, das ohnehin vor einer Reform steht. Am 31. Mai kommen die 16 Ministerpräsidenten der Länder mit dem Bund zu einer Sonderkonferenz zum Thema EEG-Reform zusammen. Habeck hofft, dass bei „politischer Vernunft und gutem Willen“ ein gutes Ergebnis für den Ökostrom-Ausbau dabei heraus kommen wird.

Doch was in der Theorie relativ einfach klingt, ist in der Realität der hochkomplexen und vernetzten Energiesysteme ein schwieriges Unterfangen – technisch, logistisch und politisch. Als Mann der Praxis und mit einem Faible für neue Entwicklungen ausgestattet, ist Matthias Boxberger, Vorstandschef der HanseWerk AG aus Quickborn, jedoch optimistisch. Das Thema zu viel produzierter Ökostrom könne „sinnvoll gelöst werden“, meinte er jetzt in Berlin. Bereits heute sei man in der Lage, 10 000 Energieerzeugungsanlagen je nach Bedarf und Aufkommen zu steuern, was vor 10 oder 15 Jahren noch nicht möglich war. Unter dem Schlagwort, die „energetische Selbstverwertungsquote“ zu erhöhen, plädiert der drahtige Energiemanager dafür, große Stromverbraucher in Schleswig-Holstein und Hamburg für die Nutzung des flexibel anfallenden Ökostroms zu gewinnen.

Mögliche Nutzer wären im Grunde alle Unternehmen, die Strom flexibel einsetzen können. Etwa jene, die Wärme für Gebäude liefern, Wasserstoffproduzenten (Power- to-Gas), alle Formen der Energiespeicherung oder die – hoffentlich wachsende – Elektromobilität. Ein aktuelles Gutachten ermittelte eine Entlastung von 100 Millionen Euro für die Netzbetreiber, die den „überschüssigen“ Strom über Ausschreibungsplattformen an die beteiligten „zuschaltbaren Lasten“ verteilen und abrechnen. Statt an die aktuellen Strompreise denken die Initiatoren an eine Vergütung zwischen drei und vier Cent. Als „Notnagel“, bis die Strom-Übertragungsnetze von den norddeutschen Windparks Richtung Süden ausgebaut sind, sieht Boxberger das Projekt der regionalen Windstromnutzung allerdings nicht.

Unabhängig davon müsse der Netzausbau „konsequent und engagiert“ vorangetrieben werden.

EEG vor nächster Reform

Das vor 16 Jahren unter Rot-Grün eingeführte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die bevorzugte Einspeisung von Ökostrom aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft sowie aus Biomasse in das Stromnetz und garantiert den Stromerzeugern feste Einspeisevergütungen. Das EEG hat bereits mehrere umfassende Reformen erlebt, die nächste steht jetzt ins Haus. Zuletzt wurde etwa der Ausbau der Windkraft gedeckelt. Jährlich im Oktober wird die EEG-Umlage festgelegt, die von den Endverbrauchern als Aufschlag auf den Strompreis zu zahlen ist. Die Umlage beträgt derzeit 6,35 Cent je kWh.

 Reinhard Zweigler

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