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Wirtschaft im Norden Händler locken mit vielen Sonderangeboten
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Händler locken mit vielen Sonderangeboten
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20:16 28.06.2017
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Düsseldorf

. Sale, Sale, Sale: In Deutschlands Innenstädten hat wieder die große Zeit der Sonderangebote begonnen. Kurz vor Beginn der Sommerferien in den meisten Bundesländern setzen immer mehr Modehändler den Rotstift an und locken mit hohen Preisabschlägen.

„Es gibt mehr Rabattaktionen als in der Vergangenheit, und sie fangen immer früher an“, sagt Joachim Stumpf von der Münchner Handelsberatung BBE. Kein Wunder, findet der Handelsexperte, denn die Boutiquen und Modegeschäfte in den Einkaufsstraßen stünden massiv unter Druck – einerseits durch den Online-Handel, andererseits durch Billiganbieter wie Primark oder TK-Maxx.

Getrieben wird die Flut der Sonderangebote in diesem Jahr noch durch den schlechten Geschäftsverlauf seit Weihnachten. Laut einer Marktstudie des Branchenfachblatts „Textilwirtschaft“ lagen die Umsätze im stationären Textilhandel deutlich unter dem Vorjahresniveau – zum Teil um bis zu neun Prozent. Lediglich im März sorgten ein paar unerwartet frühe, sommerliche Tage für eine stärkere Kauflust. Doch Hoffnungen des Handels, damit beginne eine längere Markterholung, erfüllten sich nicht. Es blieb ein Strohfeuer.

Und so beherrschen in diesem Jahr schon mehr als einen Monat vor dem „offiziellen“ Sommerschlussverkauf knallrote Ausverkauf-Schilder die Schaufenster. In edleren Läden verweist manchmal nur ein kleines Metallschild auf die preisreduzierte Sommerware, die im Inneren wartet. Doch überall herrscht das gleiche Prinzip: Gerade zu der Zeit, zu der es in Deutschland Sinn macht, luftige Sommerkleider oder neue T-Shirts zu kaufen, muss dafür niemand mehr den vollen Preis zahlen.

Was für den Handel ärgerlich ist, freut die Verbraucher. Und viele von ihnen haben sich längst darauf eingestellt. Für den Handel wird das zur Gefahr. „Sonderangebote im Modehandel sind wie eine Droge. Selbst Leute, die Geld haben, warten heute darauf, dass der Rotstift angesetzt wird“, sagt der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU. Den meisten Verbrauchern falle das Warten angesichts ihrer gut gefüllten Kleiderschränke auch nicht schwer. „Extrem modeinteressiert sind maximal zehn Prozent der Bevölkerung. Die wollen die neueste Ware haben“, meint der Fachmann. „Aber den meisten ist es egal, ob es sich um die aktuelle Kollektion oder um die davor handelt. Ihnen ist es wichtiger, ein Schnäppchen zu machen.“ Verlierer sind vor allem die kleinen Modehändler. „Wir werden noch viele Geschäfte verschwinden sehen“, prognostiziert Fassnacht. Ein Ende der Rabattwelle ist nach Ansicht von Experten nicht in Sicht.

LN

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