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Hafenschlepper müssen hohe Bußgelder zahlen

Hamburg Hafenschlepper müssen hohe Bußgelder zahlen

Jahrzehntelang wurden in deutschen Häfen die Schleppdienste für die großen Schiffe in Arbeitsgemeinschaften verteilt. Das Kartellamt hat diese Praxis beendet und Bußgelder verhängt.

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Schlepper beim traditionellen Schlepperballett in Hamburg.

Quelle: Reinhardt/dpa

Hamburg. Die Hafenschlepper in Hamburg, Bremen und anderen deutschen Häfen haben sich über viele Jahre den Markt aufgeteilt und müssen deshalb eine hohe Strafe zahlen. Gegen die Schlepp-Reedereien Fairplay, Bugsier und Petersen&Alpers seien Bußgelder in Höhe von 13 Millionen Euro verhängt worden, teilte das Bundeskartellamt am Montag in Bonn mit. Gegen die ebenfalls beteiligte Schlepp-Reederei Lütgens&Reimers verzichtete das Kartellamt auf ein Bußgeld, weil sie das Kartell aufgedeckt habe. Gegen ein weiteres Unternehmen laufen die Ermittlungen noch, und eine beteiligte Schlepp-Reederei ist nicht mehr am Markt aktiv.

„Unsere Ermittlungen haben ergeben, dass die Hafenschlepper-Unternehmen spätestens seit dem Jahr 2002 bis mindestens 2013 Umsätze und Aufträge in mehreren deutschen Häfen untereinander aufgeteilt haben“, sagte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. „Dazu wurden auf Umsätzen basierende Quoten festgelegt, an denen sich die Unternehmen in der Folge orientierten, um sich die Aufträge gegenseitig zuzuweisen.“

Tatsächlich wurden wegen der Intervention des Kartellamtes in Hamburg, Bremen und Rostock die teilweise seit Jahrzehnten bestehenden Arbeitsgemeinschaften aufgelöst, in denen sich die Schlepp-Reedereien die Arbeiten in den Häfen aufteilten. Die Folge waren sinkende Preise und ein harter Wettbewerb, der zu einer Marktbereinigung führte. Die mittelständischen Unternehmen fusionierten oder wurden von großen Konzernen aufgekauft.

Lütgens&Reimers wurde Anfang des Jahres vor der spanischen Boluda übernommen, ebenso wie die deutsche Reederei Urag. Kotug Smit ist ein Gemeinschaftsunternehmen zweier mariner Dienstleister, und Svitzer gehört zum weltgrößten Schifffahrtskonzern Maersk.

Zuletzt wurde vor einem Monat die Fusion der Unternehmen Fairplay und Bugsier abgeschlossen, beides Familienunternehmen mit mehr als 100jähriger Geschichte. Damit entstand ein Hafenunternehmen an den europäischen Küsten mit 1000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 200 Millionen Euro. Hafenexperten befürchten, dass die Qualität der Dienstleistung auf Dauer nur schwer aufrecht erhalten werden kann, weil die Mittel für Investitionen fehlen.

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