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Halloween: Alle wollen Kürbisse

Lübeck Halloween: Alle wollen Kürbisse

Halloween steht vor der Tür. Viele Kinder und Erwachsene feiern am Dienstag wieder das große Kürbisfest. Sie verkleiden sich, ziehen von Tür zu Tür, wo häufig Kürbis-Laternen stehen. Außerdem schmecken Kürbisse gut. Die Nachfrage wächst, sagen Landwirte und Marktverkäufer.

Bauer Henning Ahrholz aus Groß Grönau mit seinem Halloween-Angebot. Er baut auf 1,8 Hektar Kürbisse an.

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Lübeck. „Hier, diesen Muskatkürbis kann ich empfehlen.“ Gemüseverkäuferin Brigitte Rickert (52) steht auf dem Lübecker Wochenmarkt am Brink und deutet auf ein markant gewölbtes, hübsch anzusehendes Exemplar von ansprechender Farbe. „Sieht gut aus, oder?“

LN-Bild

Halloween steht vor der Tür. Viele Kinder und Erwachsene feiern am Dienstag wieder das große Kürbisfest. Sie verkleiden sich, ziehen von Tür zu Tür, wo häufig Kürbis-Laternen stehen. Außerdem schmecken Kürbisse gut. Die Nachfrage wächst, sagen Landwirte und Marktverkäufer.

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„Kaufen Sie den hier“, wirbt einen Stand weiter Marktfrau Britta Schulze (46). „Das ist ein Hokkaido. Den kann man mit Schale verarbeiten, Suppe draus machen, oder ihn im Backofen garen“, rät sie Kundin Mirjam Köhne-Volland (18). Die Studentin ist skeptisch, doch die orangefarbene Frucht sieht wirklich verlockend aus.

Kürbisse werden immer beliebter. Sie sind lecker. Und gesund sie auch noch, bestätigt Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. „Sie enthalten zahlreiche Vitamine und Mineralien, sind reich an Kalzium, Zink und Kalium. Zugleich wirken sie entwässernd und verdauungsfördernd.“ Kein Wunder, dass die Anbaufläche auch im Norden seit 2007 ständig gestiegen ist. Damals waren es 53 Hektar, 2016 lag die Anbaufläche im Norden bei 94 Hektar. Insgesamt gibt es um die 800 Sorten.

Bauer Henning Ahrholz (60) aus Groß Grönau (Kreis Herzogtum Lauenburg) hat 30 Sorten, vom Zierkürbis bis zum Halloween-Kürbis. Er baut das Gemüse inzwischen auf einer Fläche von 1,8 Hektar an. Vor seinem Hofladen sind sie auf langen Tischen aufgereiht.

Sein dickster Kürbis wog dieses Jahr 300 Kilo. „So ein Oschi.“ Ahrholz breitet die Arme aus, um den Umfang zu zeigen. „Den haben wir nur mit dem Radlager hochgekriegt.“

Leider seien die Kürbisse aufgrund des regenreichen Sommers nicht so lange haltbar wie sonst, bedauert der Landwirt. Einige hätten auch Hagel abbekommen. „Hier, das sieht man an diesen grauen Punkten auf der Außenhaut“, erklärt Ahrholz.

Weniger schöne, schlecht verkäufliche Exemplare verfüttert er an seine Kühe. Das werde er auch mit all den Kürbissen machen, die nach Halloween noch übrig seien. „Ist mal ’ne Abwechslung für die Tiere.“ Kunden, die ihren Kürbis nach dem 31. Oktober nicht mehr bräuchten, könnten ihn übrigens gerne zum Verfüttern zu ihm zurückbringen. „Die Kühe freuen sich.“

Zunächst einmal freuen sich jedoch vor allem die Kinder, in vielen Kindergärten und Familien werden Halloween-Kürbisse geschnitzt. Bei Familie Hurtig aus Lübeck-Kücknitz gehört Halloween seit Jahren dazu. Auf den Geschmack seien sie bei einem USA-Aufenthalt gekommen, erzählt Martin Hurtig (34). „Wir haben in Las Vegas geheiratet.“ Es habe ihn beeindruckt, wie viel Mühe die Leute sich dort geben:

„Toll, wie die Häuser dekoriert sind.“

Bei Hurtigs im Keller warten schon selbstgebastelte, lebensgroße Grusel-Figuren. „Die kommen am Dienstag in den Garten, wenn die Kinder von Haus zu Haus ziehen“, kündigt Mutter Martina Hurtig (33) an. Mit den Kindern bastelt sie Kürbis-Laternen mit Grinse-Gesichtern. „Am meisten freue ich mich aufs Verkleiden“, sagt Tochter Paula (12). Sie geht als „Zombie-Schülerin“. „Es soll auf alle Fälle gruselig aussehen.“ Mit den Kindern aus der Nachbarschaft wollen Paula und ihr Bruder Paul (6) am Halloween-Abend Süßigkeiten sammeln. Die Eltern haben Gäste eingeladen. „Ein Fest, das wir gerne feiern“, meint Papa Martin.

Ein Kürbiskeks-Video ist zu sehen unter LN-Online.de/video

Alter keltischer Brauch

Das Wort „Halloween“ ist abgeleitet von „All Hallows Evening“, so wird der Abend vor Allerheiligen, dem 1. November, in Irland genannt. Das Fest geht auf einen keltischen Brauch namens „Samhain“ zurück. Schon im fünften Jahrhundert v. Chr. wurde es jeweils am 31. Oktober eines Jahres, dem keltischen Neujahrstag, gefeiert. Die Kelten glaubten, dass sich an diesem Tag die Welt der Toten mit der Welt der Lebenden verbindet. Ein heidnischer Brauch also, dessen Ausübung viele Kirchenmitglieder bis heute stört. Trotzdem wird Halloween auch in Deutschland immer populärer. Und schließlich haben selbst christliche Feste wie Weihnachten und Ostern auch heidnische Wurzeln.

 Marcus Stöcklin

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