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Handel sorgt sich um die Innenstädte

Lübeck Handel sorgt sich um die Innenstädte

Der Handel erwartet in diesem Jahr 2,5 Prozent mehr Umsatz in Schleswig-Holstein. Das erklärte Dierk Böckenholt, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Nord, in Lübeck. Während der Online-Handel stark wachse, gebe der Blick in einige Innenstädte Anlass zur Besorgnis.

Die Kunden sind in Kauflaune, der Handel im Norden macht mehr Umsatz. Doch nicht alle Einzelhändler profitieren.

Lübeck. „Wir stehen besser da als erwartet und haben unsere Prognose für dieses Jahr angehoben“, erklärte Böckenholt gestern in den Media Docks. 18,2 Milliarden Euro werde der Einzelhandel in Schleswig-Holstein in diesem Jahr umsetzen, 13,1 Milliarden Euro in Hamburg und 8,0 Milliarden in Mecklenburg- Vorpommern. Das sei auf die stabile Wirtschaft und den privaten Konsum zurückzuführen.

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Der Handel erwartet in diesem Jahr 2,5 Prozent mehr Umsatz in Schleswig-Holstein. Das erklärte Dierk Böckenholt, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Nord, in Lübeck. Während der Online-Handel stark wachse, gebe der Blick in einige Innenstädte Anlass zur Besorgnis.

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Zahlen und Fakten

33000 Einzelhandelsbetriebe mit 259616 Beschäftigten gibt es nach Angaben des Handelsverbandes Nord insgesamt in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg- Vorpommern. Pro Jahr würden 4300 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Laut aktueller Prognose der Verbandes machen die Betriebe dieses Jahr einen Umsatz von 39,3 Milliarden Euro.

Doch der Zuwachs gelte nicht für alle Branchen. Während der Online-Handel um etwa zehn Prozent zulege, mache vor allem der stationäre Bekleidungshandel Verluste.

Kleinere Einzelhändler hätten es generell schwerer gegenüber großen Unternehmen und Ketten. Das mache sich in vielen Städten bemerkbar. „Der Attraktivitätsverlust der Innenstädte ist und bleibt eine große Baustelle für uns“, sagte Böckenholt. Der enorme Wettbewerb werde durch steigenden Leerstand und ein Wegbleiben der Kunden sichtbar. „Der stationäre Handel darf sich dem Online-Handel nicht verschließen, muss sich an den Kunden orientieren und Einkaufserlebnisse und Aufenthaltsqualität bieten“, riet er. Dazu seien allerdings Investitionen nötig, die sich nicht jedes Unternehmen leisten könne. Man rate aber in jedem Fall auch kleineren Einzelhändlern, im Internet präsent zu sein und das Sortiment zu zeigen.

Deshalb sei auch die Politik gefordert, die Innenstädte verantwortungsbewusst zu behandeln. Sie müsse für eine gute Erreichbarkeit sorgen und das Planungsrecht konsequent anwenden. „Wir fänden es schön, wenn das Kirchturmdenken mancher Bürgermeister aufhören würde“, erklärte Böckenholt. Man könne nicht immer mehr Handelsfläche an die Peripherie von Städten verlagern, es sei kein Wunder, wenn dadurch Läden in der Innenstadt leiden würden.

Ein wichtiges Anliegen des Handelsverbandes ist die konsequente Strafverfolgung bei Ladendiebstahl, der im Norden zu einem Schaden von insgesamt 180 Millionen Euro im Jahr 2016 geführt habe. Vor allem der schwere Ladendiebstahl durch organisierte Banden habe um 30 Prozent zugenommen. Deshalb müssten die Mindeststrafen angehoben und auch die sogenannte Hauptverhandlungshaft, die ein schnelles Aburteilen gefasster Täter ermögliche, verstärkt angewendet werden, fordert der Handelsverband. „Es hapert im Moment an den Gerichten“, sagte Böckenholt. Das Amtsgericht Neumünster sei eine Ausnahme und habe zuletzt 30 beschleunigte Verfahren erfolgreich abgeschlossen.

Auf Bundesebene müsse ein Gesetz nachgebessert werden, damit es wieder Rechtssicherheit bei Sonntagsöffnungen gebe. Und für große Online-Anbieter wie Amazon und Co. müssten die gleichen Steuerbedingungen gelten wie für nationale Anbieter, um deren Benachteiligung zu beseitigen – das sei ein Fall für europäische Politik.

Der Tag des Norddeutschen Handels mit 200 Mitgliedern und Gästen in den Media Docks stand unter dem Motto „Nachhaltigkeit – wie steht’s mit der Moral am Regal?“. Nachhaltigkeit liege im Trend, auch bei Lebensmitteln und Konsumgütern, erklärte Andreas Bartmann, Präsident des Handelsverbandes Nord. „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen hat im deutschen Handel eine lange Tradition, infolgedessen engagieren wir uns beim Thema Nachhaltigkeit sehr vielfältig.“ Der Norddeutsche Handelspreis geht in diesem Jahr an die Schlemmer-Markt Freund GmbH, ein Kieler Familienunternehmen, das seit 30 Jahren erfolgreich mehrere Lebensmittelmärkte betreibt.

 Christian Risch

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