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Handwerk will Flüchtlinge ausbilden

Lübeck Handwerk will Flüchtlinge ausbilden

Lotsen, Sprachkurse und Praktika: Die Handwerkskammer unterstützt sowohl Migranten als auch die Betriebe.

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„Bei uns haben junge Flüchtlinge eine reelle Chance, sich eine berufliche Perspektive zu erarbeiten.“Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck

Lübeck. Die Ausbildung von Flüchtlingen spielt eine zentrale Rolle für die Handwerkskammer Lübeck. „Bei uns im Handwerk haben junge Flüchtlinge eine reelle Chance, sich eine berufliche Perspektive zu erarbeiten“, sagte Günther Stapelfeldt, der Präsident der Kammer, gestern nach deren Vollversammlung. „Unser Ziel ist es, sie in Ausbildungen zu bringen.“ Das Handwerk brauche Nachwuchs an Fachkräften, und viele Kammermitglieder seien bereit, Flüchtlinge auszubilden.

Allerdings müssen sowohl bei den Bewerbern als auch bei den Betrieben die Voraussetzungen da sein. Deshalb unterstützen jetzt drei „Willkommenslotsen“ in Lübeck, Kiel und Elmshorn die Betriebe vor Ort bei der Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen. Sie beraten rund um Fragen zu Sprachförderung, Aufenthaltsstatus, Qualifikationsbedarf und zu Fördermöglichkeiten. Zudem helfen die Lotsen Handwerkern, die „passenden“ Bewerber für Praktika oder Lehrstellen zu finden.

„Es geht darum, Betrieben den richtigen Weg zu ebnen“, sagte Andreas Katschke, der Hauptgeschäftsführer der Kammer. Bei den allermeisten Flüchtlingen stehe vor einer Ausbildung zunächst das Erlernen der deutschen Sprache im Vordergrund. „Spracherwerb ist das A und O“, so Katschke. „Die Motivation ist bei den Bewerbern hoch, aber ohne solide Sprachkenntnisse funktioniert es nicht. Das Nadelöhr ist immer der Berufsschulunterricht“, so Stapelfeldt. Deshalb bietet die Handwerkskammer den Flüchtlingen neben Beratung und Praktika zur Berufsorientierung auch Sprachkurse an, immer in Abstimmung mit der zuständigen Arbeitsagentur.

Im Programm „Handwerk ist interkulturell“ wurden von 2010 bis Ende Juni 2015 bereits 700 Migranten beraten, 300 von ihnen wurden in Ausbildungen, Arbeit, Sprachkurse oder Einstiegsqualifizierungen vermittelt. Im neuen Förderprogramm, das parallel mit dem starken Zuzug von Flüchtlingen im Sommer begann, gab es bisher Beratungen für 200 Personen. Davon wurden 99 in Sprachkurse, 81 in Praktika und 12 in Ausbildung und Qualifizierungen vermittelt. In den drei Berufsbildungsstätten in Travemünde, Kiel und Elmshorn laufen gerade wieder Berufsorientierungskurse für Flüchtlinge.

Auf dem Titelbild des 100 Seiten starken Jahresberichtes 2015 der Kammer ist die Kieler Bootsbauerin Kristina Tangermann. Sie ist eine von zwölf Junghandwerkern in Deutschland, die in Videoclips in sozialen Netzwerken für eine Ausbildung im Handwerk geworben haben. Diese Imagekampagne leiste viel, sagte Stapelfeldt. Er freue sich, dass die Zahl der Ausbildungsverträge erstmals seit Jahren wieder gestiegen sei — um 45 auf 3881 Verträge. Jeder achte Lehrling habe ein Abitur, diese Quote habe sich seit 2010 verdoppelt.

Die wirtschaftliche Lage bei den 20 860 Betrieben mit rund 100000 Mitarbeitern und 10185 Lehrlingen sei gut. 93 Prozent der Betriebe berichteten von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage.

Von Christian Risch

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