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Hanjin-Pleite versetzt Handel in Sorge

Hamburg Hanjin-Pleite versetzt Handel in Sorge

Wegen der Insolvenz der südkoreanischen Reederei werden die Waren nur verspätet oder gar nicht ausgeliefert.

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Das Containerschiff „Hanjin Harmony“ hat endlich im Hamburger Hafen festgemacht.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg. Der Wert ihrer Ladung summiert sich auf mehrere hundert Millionen Euro: Mit Tausenden Containern voll mit Flachbildschirmen, Smartphones und Kleidung ist die „Hanjin Harmony“ der insolventen südkoreanischen Reederei Hanjin in der Nacht zu gestern in den Hamburger Hafen eingelaufen. Nach Informationen der Internet-Seite „Vesselfinder.com“ hat das Containerschiff am Kai von Eurogate festgemacht. Die „Hanjin Harmony“ hätte nach Fahrplan bereits vor drei Wochen in Hamburg sein sollen. Doch wegen der Insolvenz der Reederei wurden in den Häfen keine Hanjin-Schiffe mehr abgefertigt.

Mehr als 4,8 Milliarden Euro Miese hat die siebtgrößte Containerreederei der Welt angehäuft. Der Geschäftsbetrieb ruht – und Tausende Händler warten nun in Deutschland auf ihre Waren. Den Kunden und Konzernen, die ihre Güter der Hanjin-Reederei Ende August und Anfang September anvertraut haben, bleibt nur Geduld. Entscheidend ist der Ausgang der Verhandlungen zwischen den Insolvenzverwaltern, der Reedereiführung und den Banken in Korea. „Bei uns laufen jetzt täglich Mails und besorgte Anfragen ein. Sie kommen von Unternehmen aus Deutschland, die sich um ihre Waren sorgen. Darunter sind Einzelhändler und Automobilhersteller“, sagt der maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer (SPD). „Existenzen stehen auch hier in Deutschland durch die Lage von Hanjin auf dem Spiel.“

Beckmeyer selber hat sich jetzt in die Vermittlung eingeschaltet. Ein Gespräch mit dem Meeresminister in Korea brachte aber nicht viel. Denn der koreanische Staat hält sich aus der Angelegenheit heraus. 90 Hanjin-Containerschiffe liegen still. An Bord sind 400000 Container von 8300 Speditionen und Händlern weltweit. Der Wert dieser Ladungen soll sich nach Berichten aus Korea auf 13 Milliarden Euro summieren. Auch der maritime Experte bei der Industrie- und Handelskammer Rostock, Björn Swinarski, ist besorgt. „Negativ betroffen sind die Empfänger und Versender der Fracht.“ Die Waren würden nun verspätet und mit erhöhtem Aufwand ausgeliefert. „Gerade für den Einzelhandel, der sich auf das Weihnachtsgeschäft vorbereitet, kann das zum Problem werden.“ Während der größte Teil der Flotte in Asien festliegt, sind vier Schiffe auf dem Weg von China und Korea nach Hamburg gestoppt worden. Es handelt sich dabei um vier der neun größten Hanjin- Frachter, die über Stellplätze von bis zu 13000 Standardcontainern verfügen.

Die „Hanjin Europe“ ist einer von ihnen. Der Frachter war am 8. September bereits in Hamburg. Er wurde noch teilweise entladen, dann aber festgesetzt. Inzwischen musste das Schiff aus Platzgründen den Hafen verlassen und einen Ankerplatz in der Nordsee einnehmen. Das Investitionsvolumen von 690 Millionen Euro für die „Hanjin Europe“ und ihre acht Schwestern wurde durch die Hamburger Fondsgesellschaft MPC Capital eingeworben. Die Kredite stellte ein Bankenkonsortium rund um die HSH Nordbank. Die HSH selber ist nach unbestätigten Meldungen mit mehr als 200 Millionen Euro an den Hanjin-Frachtern beteiligt. Im aktuellen Tauziehen um die Schiffe, die Schulden und die Ladungen ringt die Bank mit anderen Firmen wie Samsung oder LG. Die Unternehmen haben derzeit Elektronikartikel im Wert von 50 Millionen Euro auf den Pleiteschiffen.

Großinvestition in Rostock

110 Millionen Euro sollen in den Rostocker Schiffbau fließen. Für diese Summe werden die Werften der Hansestadt in den kommenden Jahren aufgerüstet. Sowohl die Neptun-Werft (Papenburger Meyer-Gruppe) als auch die MV-Werften planen an der Warnow den Bau neuer, riesiger Produktionshallen. Allein die Genting-Gruppe, der Mutterkonzern der MV-Werften, will in Rostock rund 75 Millionen Euro in neue Anlagen investieren. Die Mammut-Investition soll heute offiziell besiegelt werden. Auch in Wismar will Genting investieren.

fb/ab/eg

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