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Wirtschaft im Norden Harley-Davidson leidet unter Trump
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18:10 28.07.2018
Motorräder der US-Kultmarke Harley-Davidson bei den 14. Harley-Days in Hamburg. Quelle: Foto: Bockwoldt/dpa

Nun bangt der über 115 Jahre alte Traditionshersteller nicht nur vor den Folgen der Vergeltungszölle, sondern auch vor Trump. Im zweiten Quartal musste das Unternehmen aus Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin schon deutliche Abstriche machen. Der Gewinn sank um mehr als sechs Prozent auf 242,3 Millionen Dollar (206,9 Mio Euro), wie Harley-Davidson jetzt mitteilte. Der Umsatz ging um gut drei Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar zurück. Damit fielen die Zahlen aber noch erheblich besser aus als befürchtet.

Anleger reagierten erleichtert – die Aktie schoss im vorbörslichen US-Handel zeitweise um über sechs Prozent in die Höhe. Allerdings hatte das Papier seit Jahresbeginn bereits an die 20 Prozent verloren. Schon länger hatte Harley-Davidson einen schweren Stand an der Börse.

Der US-Präsident hatte vor dem Zerwürfnis die Firma noch als Inbegriff von „Made in America“ umgarnt. Nach seinem Amtsantritt lud er die Harley-Chefs ins Weiße Haus ein und jubelte ihnen zu: „Wir sind stolz auf euch!“ Grund: Harley steht mit seinem „Easy Rider“-Image zwar noch immer als Symbol für Freiheitsliebe und Individualismus. Als Stammkunden gelten aber keine linken Althippies, sondern eher konservative weiße Männer – vereint etwa in der Initiative „Bikers for Trump“, die schon Wahlkampf für 2020 macht.

Umso erboster war Trump, als das Unternehmen im Zuge des Handelskonflikts mit der EU ankündigte, als Reaktion auf Vergeltungszölle einen Teil der Produktion aus den USA abzuziehen. Trump drohte, internationale Motorrad-Firmen ins Land zu holen, um Harley als heimischem Unternehmen Konkurrenz zu machen.

Ganz abzuwenden dürfte der Schaden nicht mehr sein. Bis die Produktion international neu aufgestellt sei, dürfte es 9 bis 18 Monate dauern, heißt es in einer Analyse. Bis dahin dürften die neuen Zölle die Herstellungskosten im Schnitt um 2200 Dollar pro Motorrad erhöhen. Damit steht fest: Die Angriffe aus Washington kommen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Der 1903 gegründete Motorradhersteller kämpft im US-Heimatmarkt – nicht zuletzt wegen seiner alternden Kundschaft – ohnehin schon länger mit sinkender Nachfrage.

LN

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