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Harter Kampf um den heißen Kaffee

Düsseldorf Harter Kampf um den heißen Kaffee

Das lukrative Geschäft mit dem Außer-Haus-Getränk lockt viele Anbieter – Jetzt will auch Coca-Cola mitmischen.

Düsseldorf. . Die Deutschen trinken gern Kaffee, und sie trinken ihn immer öfter außer Haus. Gut jede vierte Tasse wird nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes in Bäckereien, an Getränkeautomaten, in klassischen Cafés oder an Tankstellen konsumiert. „To go“ hat für viele Verbraucher längst die traditionelle Tasse Kaffee am Frühstückstisch ersetzt. Die Folge: Das Geschäft mit professionellen Kaffeeautomaten für Gaststätten, Kantinen, Bahnhöfen oder Büros und den benötigten Bohnen boomt. Doch der Markt ist hart umkämpft. Nicht nur bekannte Kaffeehersteller wie Melitta oder Dallmayr spielen eine große Rolle, sondern auch unerwartete Wettbewerber.

„Wir sehen die Unabhängigkeit von der Maschine als Vorteil.“ Frank Hilgenberg, Geschäftsführer von Darboven

Etwa Coca-Cola. Der eher für gekühlte Getränke bekannte US-Konzern ist zurzeit dabei, sein Kaffeegeschäft in Deutschland mithilfe seines etablierten Vertriebsnetzes kräftig auszubauen. Coca-Cola hat bislang nur einen geringen Marktanteil. „Kaffee ist somit ein wichtiger Baustein für kontinuierliches, ertragreiches Wachstum“, betont das Unternehmen. Der US-Riese setzt mit dem eigenen Chaqwa-Kaffee nur auf den Außer-Haus-Markt – auf den Verkauf über schrankgroße Kaffeemaschinen, wie man sie oft in Kantinen oder immer öfter auch in Supermärkten findet. Darüber hinaus will der Konzern Bäckereien für sein Kaffeeangebot erwärmen. Sie sind nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) der größte Absatzkanal für Kaffee „To go“.

Tatsächlich ist der Außer-Haus- Konsum die Königsdisziplin im Kaffee-Business. Zwar wird „nur“ gut jede vierte Tasse außer Haus konsumiert. Doch entfallen auf diesen Bereich laut Coca-Cola 80 Prozent des Umsatzes im Kaffeegeschäft und damit rund 16 Milliarden Euro. Und nicht nur die Umsätze sind hoch. Dass das Geschäft lukrativ ist, daraus macht die Branche keinen Hehl. Der Markt biete eine hohe Wertschöpfung, heißt es. Coca-Cola muss bei seinen Wachstumsplänen denn auch mit Gegenwind rechnen. Denn auch die traditionellen Kaffeeröster haben den attraktiven Markt längst für sich entdeckt. So will auch der Filtertütenhersteller und Kaffeeröster Melitta weiter Marktanteile im Geschäft mit Hotellerie und Gastronomie gewinnen, wie Melitta-Manager Werner-Ulrich Lange in der „Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung“ (AHGZ) berichtete. Die Tochterfirma Melitta Professional Coffee Solutions steigerte 2015 in Deutschland den Umsatz um 7 Prozent. Das Unternehmen offeriert Hotels und Gaststätten auch Profi-Maschinen, die pro Stunde bis zu 200 Tassen Kaffee oder Cappuccino herstellen können, und dazu den Kundendienst.

Dallmayr verkauft ebenfalls nicht nur Kaffee im Supermarkt. Die Münchner gehören in Gastronomieversorgung und Automatenservice sogar zu den ganz Großen der Branche, versorgen in 14 europäischen Ländern über 80000 Kaffeeautomaten und sehen sich als Marktführer in Deutschland. Einen anderen Weg geht der Kaffeeröster Darboven (Idee Kaffee, Mövenpick). Die Hamburger konzentrieren sich ganz auf den Verkauf von Kaffee, Tee und Kakao. Eigene Kaffeemaschinen und -automaten hat Darboven nicht im Angebot. „Wir sehen die Unabhängigkeit von der Maschine als Vorteil“, betont Geschäftsführer Frank Hilgenberg. Dies habe Darboven kräftige Zuwächse beschert.

Ob Coca-Cola, Melitta oder Dallmayr: Sie alle werden angezogen von einem der wenigen Konsumgütermärkte, der noch wächst. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband  betont: „Der Gast zahlt nicht für das Heißgetränk, sondern für das Genusserlebnis und den besonderen Lifestyle.“

LN

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