Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Hausparty mit Sekt, Chips und Tupper

Stockelsdorf Hausparty mit Sekt, Chips und Tupper

Verkaufsabende im heimischen Wohnzimmer werden immer beliebter – Umsatz von Direktvertriebsfirmen steigt.

Voriger Artikel
Österreicher übernehmen Nachtzug-Netz
Nächster Artikel
Nabu sorgt sich um die Wasservögel

Verkaufsberaterin Ann-Katrin Kolossa (36, l.) zeigt Katharina Reher (29) bei einer Tupperparty in Stockelsdorf einen Müsli-to-go-Becher.

Quelle: Fotos: Olaf Malzahn

Stockelsdorf. Neugierig mustert Katharina Reher eine quadratförmige Plastikbox, dreht sie in ihren Händen und öffnet dann den grünen Plastikdeckel. „Das ist eine Klima-Oase“, erklärt Ann-Katrin Kolossa. „Auf den Abbildungen seht ihr, welche Gemüsesorten in den Kühlschrank gehören und welche Belüftung ihr jeweils einstellen müsst.“ Die 36-Jährige steht in einem Wohnzimmer in Stockelsdorf, vor ihr haben es sich neun Frauen und ein Mann auf mehreren Sofas und Stühlen gemütlich gemacht. Sie trinken Sekt und Limonade, essen Chips, Weingummi und Schokolade und lauschen dabei ihren Ausführungen. Die Gruppe feiert eine Tupperparty.

LN-Bild

Verkaufsabende im heimischen Wohnzimmer werden immer beliebter – Umsatz von Direktvertriebsfirmen steigt.

Zur Bildergalerie

Kolossa gehört zu den rund 400 Verkaufsberatern der Tupperware-Bezirkshandlung Lübeck. Seit zehn Jahren organisiert die zweifache Mutter Verkaufspartys für den Küchen- und Haushaltsartikel-Hersteller in der Region. Ein Geschäftszweig, der boomt, nicht nur bei Tupper. Inzwischen gibt es Verkaufspartys für alle möglichen Waren: von Kosmetikprodukten und Kleidung über Wein und Putzmittel bis hin zu Erotikartikeln.

Der Umsatz von Direktvertriebsfirmen stieg im vergangenen Jahr deutschlandweit um knapp sieben Prozent. Die Unternehmen verkauften Waren und Dienstleistungen im Wert von 16,3 Milliarden Euro (2014: 15,3 Milliarden), teilte der Bundesverband Direktvertrieb Deutschland (BDD) mit. Verkaufspartys würden demnach immer beliebter. „Neben dem anonymen Einkauf im Internet“ gingen viele gern auf diese Veranstaltungen und genössen „das gesellige Beisammensein“, sagt BDD-Direktor Jochen Acker.

„Verkaufspartys boomen wie verrückt“, sagt auch Pia Junge, Vertriebsleiterin bei „PepperParties“, einer Direktvertriebsfirma für Erotikartikel. „Und es gibt auch immer mehr Menschen, die ihr Geld als Berater verdienen wollen.“ Das Unternehmen zahle ihnen 30 Prozent Provision für alle Artikel, die sie bei ihren Verkaufspartys umsetzen. Mehrere tausend Veranstaltungen pro Jahr und mehrere hundert Berater zählt die Firma inzwischen – mit weiter steigender Tendenz. „Auf den Partys können die Teilnehmer sich austauschen, alles ausprobieren und haben Spaß zusammen – all das ist im Online-Handel nicht möglich“, sagt Junge. „Deswegen sind Verkaufspartys so beliebt.“

Ann-Katrin Kolossa organisiert durchschnittlich zwei bis drei Tupper-Veranstaltungen pro Woche, in Hochzeiten werden es auch mal bis zu zehn Stück. „Auf den Partys knüpfe ich gleich Kontakte zu möglichen neuen Gastgebern“, sagt sie. Es ist ihr Nebenjob, eigentlich arbeitet die Timmendorferin als Kommunikationsdesignerin. Für ihre heutige Gastgeberin Petra Reher ist es die erste Tupperparty „nach Jahrzehnten“. „Als die Kinder klein waren, haben wir das öfter gemacht“, sagt die 58-Jährige. Nun hätten sie ihre inzwischen erwachsenen Töchter auf die Idee gebracht, mal wieder eine Party zu veranstalten. „Sie brauchen noch ein paar Tupper-Sachen“, berichtet Reher.

Und so werden fleißig Produktnummern auf die Listen geschrieben, die Ann-Katrin Kolossa zu Beginn des Abends an die Teilnehmer ausgegeben hat. Die Artikel werden anschließend bestellt und rund eine Woche nach der Veranstaltung an die Gastgeberin geliefert, die sie dann an die Teilnehmer weitergeben muss. Auch Matthias Wulff notiert mehrere Zahlenreihen auf dem Zettel, obwohl der Lübecker nach eigenen Angaben „zu Hause bereits den ganzen Schrank voll Tupper“ hat. „Vom Salzstreuer bis zum Gefrierbehälter. Die Sachen sind einfach funktional und von der Qualität her toll“, sagt der 51-Jährige und greift nach dem Coffee-to-go-Becher, den Ann-Katrin Kolossa als nächsten Artikel in die Runde gibt. Auf einem Tisch stehen noch zahlreiche weitere Modellprodukte. Sekt wird nachgegossen, es wird eifrig diskutiert und gelacht – die Verkaufsparty ist noch lange nicht zu Ende.

Janina Dietrich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Norden
DAX
Chart
DAX 10.719,00 +0,32%
TecDAX 1.697,00 -0,23%
EUR/USD 1,0733 -0,25%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 16,15 +4,59%
E.ON 6,34 +3,29%
INFINEON 16,20 +2,63%
LINDE 154,45 -1,17%
Henkel VZ 105,75 -1,05%
SIEMENS 108,16 -0,79%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 153,16%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 111,56%
Polar Capital Fund AF 102,45%
Fidelity Funds Glo AF 91,69%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.