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Heiß begehrt: Flüge nach Großbritannien

Berlin Heiß begehrt: Flüge nach Großbritannien

Das schwächere Pfund macht Urlaub auf der Insel billiger. Die Schotten sorgen sich dagegen wegen der höheren Rohstoffpreise.

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Jahrelang war London für Touristen vom Kontinent ein sehr teures Pflaster. Jetzt werden Reisen in die britische Hauptstadt wieder erschwinglicher – durch die Abwertung des Pfundes.

Quelle: Ben Stansall/afp

Berlin. . Kaum war das Ergebnis der Brexit-Abstimmung bekannt, sind die Suchanfragen bei den Online-Reiseportalen nach Flügen Richtung Großbritannien sprunghaft angestiegen. Gleich am Tag nach dem Referendum verzeichnete etwa der Anbieter Kayak in Deutschland einen Anstieg um 46 Prozent im Vergleich zum Vortag. In Frankreich waren es sogar 130 Prozent mehr. Auch in Spanien und Finnland gingen die Suchanfragen bei Kayak nach Flügen auf die Insel steil nach oben. Der Anbieter ist nach eigenen Angaben die weltweit führende Reisesuchmaschine mit 1,5 Milliarden Anfragen jährlich. Über das Portal kayak.de lassen sich beispielsweise Preise für Flüge und Hotels vergleichen.

In Paris berichtete auch der Konkurrenzanbieter liligo.com von verstärkten Nachfragen nach Flügen auf die Insel: Die Suche nach Flügen von Paris nach London ging vom 23. bis zum 26. Juni um 34 Prozent nach oben. Es sei ein bisschen früh für abgesicherte Aussagen, doch scheine Großbritannien auch in den kommenden Wochen ein gefragtes Reiseziel zu bleiben, erklärte liligo.com. Das Portal verwies auf die Abwertung des britischen Pfunds. Das mache zum Beispiel Shoppingtouren in die britische Hauptstadt für europäische Touristen attraktiver.

Kayak erklärte, vor allem für US-Bürger seien Reisen nach Großbritannien derzeit günstig – das Pfund verlor in den Tagen nach dem Brexit-Votum besonders gegenüber dem Dollar an Wert. Die Suchanfragen aus den USA legten demnach um mehr als 50 Prozent zu. Kayak wies auch auf einen umgekehrten Trend hin: Die Briten suchten nach dem Brexit-Votum demnach das Weite. Denn auch die Suchanfragen nach Flügen aus Großbritannien auf das europäische Festland seien in die Höhe geschossen. Einen Tag nach der Abstimmung verzeichnete die Suchmaschine am Freitag ein Nachfrageplus von 42 Prozent – das sei fast doppelt so viel wie an den anderen drei Freitagen im Juni. Gesuchte Ziele lagen vor allem in den Niederlanden, in Polen und in Finnland.

Unterdessen bekommen Whisky- und Textilhersteller von Tartans (Karomustern) in Schottland die negativen Folgen zu spüren. Beide Branchen bangen seit der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt um ihre Zukunft. Der Tartan-Hersteller Lochcarron of Scotland rechnet zuallererst durch den Wertverlust des Pfund mit Preissteigerungen für Maschinen und Rohmaterial aus Europa. Dies dürfte aber nur die „erste Auswirkung“ des Votums sein, so Produktionschef David Riddell.

Zahlreiche Familien und Unternehmen bestellen in Selkirk ihr exklusives Karomuster. Designer wie Vivienne Westwood, Jean Paul Gaultier und Ralph Lauren orderten dort schon Stoffe; fast die Hälfte wird im Ausland verkauft. Doch Lochcarron steht wie die berühmte schottische Whisky-Branche vor zahlreichen Fragen: Ändert sich nach einem EU-Austritt Großbritanniens die Besteuerung? Was ist mit den Zollbestimmungen? Und was bringt der Brexit an Bürokratie mit sich?

Die in Edinburgh ansässige Scotch Whisky Association (SWA) sei in Kontakt mit der Regierung in Schottland und in London, um die aus dem Votum resultierende „schwebende Situation soweit wie möglich“

zu verstehen, erklärt Sprecher David Williamson. „Im Moment gibt es viel Unsicherheit.“ Die Whisky-Industrie habe aber in den vergangenen 500 Jahren Kriege und Revolutionen überlebt – und werde wohl auch weiter „florieren“, meint er.

Fusion auf der Kippe

Der geplante Zusammenschluss der Börsen von Frankfurt und London steht nach dem Nein der Briten zur EU auf der Kippe. Dass London wie vorgesehen den rechtlichen Hauptsitz der neuen europäischen Superbörse bekommt, wird immer unwahrscheinlicher.

Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) wollen ihr Fusionsvorhaben nicht vom Brexit-Votum durchkreuzen lassen. Die Politik in London müsse aber ihre Forderung aufgeben, dass der neue Hauptsitz in London ist, heißt es in Verhandlungskreisen. Morgen stimmen zunächst die LSE-Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung ab.

LN

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