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Wirtschaft im Norden Höhere Netzentgelte: 2017 steigen die Strompreise
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21:12 23.09.2016

Auf die Verbraucher kommen im neuen Jahr höhere Strompreise zu. Weil zum Jahreswechsel die Netzentgelte und die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien- Gesetz (EEG) steigen, werden viele Versorger mehr Geld verlangen – wie viel, steht aber noch nicht fest. Urban Keussen, Geschäftsführer des Stromnetzbetreibers Tennet, der in Norddeutschland aktiv ist, kündigte im „Handelsblatt“ an, die Netzentgelte würden um 80 Prozent steigen. Für einen Drei-Personen-Haushalt bedeute das Mehrkosten von etwa 30 Euro pro Jahr. Hauptursache für die Preiserhöhung, so Keussen, sei, dass der Netzausbau nicht so schnell vorankomme wie der Ausbau der Erneuerbaren Energien. Der ostdeutsche Stromnetzbetreiber 50 Hertz werde die Entgelte um 45 Prozent erhöhen, sagte ein Firmensprecher. Auch die EEG-Umlage wird nach einer Prognose von Agora Energiewende zum Jahreswechsel von 6,35 Cent je Kilowattstunde auf 7,1 bis 7,3 Cent steigen.

Die Stadtwerke Lübeck können derzeit noch nicht sagen, wie der neue Strompreis aussehen wird. „Die Netzentgelte sind ein Preisbestandteil, andere kommen hinzu“, sagt Sprecher Lars Hertrampf. Generell zeige sich der Trend, dass die Abgaben immer weiter steigen. „Der Gestaltungsspielraum der Stromversorger wird dadurch geringer“, sagt Hertrampf.

Auch die Schleswig-Holstein Netz AG, die 815000 Kunden am Netz und 33000 Stromeinspeiser im Land hat, berechne zurzeit noch die Entwicklung des Strompreises und könne erst bis Mitte Oktober genaue Zahlen vorlegen, erklärt Hansewerk-Sprecher Ove Struck. „Die Erhöhung bei Tennet fließt natürlich in unsere Berechnungen mit ein, das ist aber nur einer der Faktoren, die den Preis ausmachen“, so Struck. Allerdings sei eine Erhöhung der Netzentgelte um 80 Prozent „schon ein kräftiger Schluck“, sagt der Sprecher.

Das Verbraucherportal Verivox rechnet für einen Musterhaushalt im Gebiet der Tennet mit Mehrkosten von durchschnittlich 44 Euro pro Jahr, das sei ein Anstieg von 4,1 Prozent. Es bleibe abzuwarten, wie viel Kosten an die Kunden weitergegeben werden. „Der absehbare Kostenanstieg wird für die Lieferanten kaum über günstige Einkaufspreise zu kompensieren sein“, sagt Jan Lengerke von Verivox.

In Deutschland gibt es vier große Netzbetreiber, neben Tennet sind das 50Hertz (Ostdeutschland) Amprion (Westen) und TransnetBW (Südwesten). Der Stromnetzausbau hält mit dem Ausbau vor allem der Windkraft nicht Schritt.

cri

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