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Wirtschaft im Norden Hohe Rechnungen nicht bar zahlen: Was bringt das?
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21:18 03.02.2016

Führt auch Deutschland bald eine Obergrenze für Bargeldzahlungen ein? In der Bundesregierung ist ein Betrag von 5000 Euro im Gespräch. Der Vorstoß entfacht die Debatte über das Für und Wider von Schein und Münze neu.

Was bringt ein Bargeld-Limit?

Kriminelle hätten es schwerer, argumentieren die Befürworter. Schwarzarbeit, Drogengeschäfte, Geldwäsche, Steuerhinterziehung — all das wäre leichter zu überwachen, müsste es über elektronische Kanäle abgewickelt werden. Bargeld gilt zudem als wichtiges Vehikel für die Terror-Finanzierung. Somit könnte eine Obergrenze für Zahlungen mit Schein und Münze kriminelle Machenschaften eindämmen.

Wie sieht‘s anderswo aus?

Deutschland wäre in bester Gesellschaft. In zwölf Staaten in Europa gibt es bereits Höchstgrenzen für Bargeldzahlungen. In Spanien etwa gilt seit 2012 bei Barzahlungen eine Obergrenze von 2500 Euro, sofern einer der an einem Geschäft Beteiligten Unternehmer oder Freiberufler ist. Kann der Zahler nachweisen, dass er in Spanien steuerlich nicht veranlagt und kein Unternehmer ist, gilt eine Obergrenze von 15 000 Euro. In Italien gilt seit diesem Januar eine Begrenzung von 3000 Euro, zuvor waren es 1000 Euro.

Wäre es nicht konsequent, Bargeld gleich ganz abzuschaffen?

Glaubt man Deutsche-Bank-Chef John Cryan, ist Bargeld ohnehin ein Auslaufmodell. „Cash ist fürchterlich teuer und ineffizient“, urteilte der Brite beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Brauchen Kriminelle überhaupt Bargeld für ihre Geschäfte?

„Schlupflöcher wird es immer geben“, meint Oliver Hommel, Zahlungsverkehrsexperte bei der Beratungsgesellschaft Accenture.

Was würde ein Bargeld-Limit für Verbraucher bedeuten?

„Der Einstieg in den Ausstieg aus dem Bargeld öffnet das Tor für eine absolute Kontrolle der Verbraucher“, warnt der oberste Verbraucherschützer Klaus Müller.

LN

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