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Wirtschaft im Norden Hotelbauten: Banken sehen große Chance
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14:17 10.07.2016
Das A-ja-Resort an der Grömitzer Promenade, hier ein Bild aus der Bauphase im Jahr 2014, wurde wie viele andere touristische Projekte von der Investitionsbank Schleswig-Holstein gefördert. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler, Maike Wegner

 Oder wie IBSH-Vorstandschef Erk Westermann-Lammers es formuliert: „Die Banken sehen eine Tourismusbranche mit großer Perspektive. Die Branche ist zu einem Arbeitsmarktmotor geworden.“ Anders noch als vor fünf Jahren würden Hotelfinanzierungen von vielen Regionalbanken deshalb nicht mehr „mit spitzen Fingern“ angefasst. Im Gegenteil, Zurückhaltung war gestern. Geld sucht Anlage – und da helfen Kreditinstitute grundsätzlich gern.

 Was nicht weiter verwundern darf. Die Tourismusbranche im Norden startet seit einigen Jahren mächtig durch. Überall entstehen neue Hotels, Seebrücken, Promenaden. Weitere Großprojekte sind in Vorbereitung. „Wir haben eine erhebliche Zahl an Anfragen von verschiedenen Standorten im Land“, sagt IBSH-Chef Westermann-Lammers. Die IBSH versteht sich als zentrales Förderinstitut des Landes unter anderem als Kofinanzierer kleinerer Regionalbanken und Sparkassen. Finanzierungen von touristischen Großprojekten würden deren Möglichkeiten übersteigen. So hat die IBSH geholfen, die 2012 eröffnete Erlebnisseebrücke in Heiligenhafen (Ostholstein) zu finanzieren.

Die förderfähigen Investitionen in Höhe von 5,3 Millionen Euro wurden mit einem 70-prozentigen Zuschuss aus einem Regionaltopf der EU sowie der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) bedient. „Mit der IBSH hatten wir den richtigen Partner an unserer Seite“, lobt Manfred Wohnrade, Geschäftsführer der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe. „Die Förderbank hat uns den Zuschuss von 3,7 Millionen Euro ausgezahlt und bei der Abwicklung des Projekts begleitet.“

Die Kieler Landesregierung unterfüttert den Optimismus der Landesbanker mit Zahlen. Heiligenhafen habe im vergangenen Jahr bei den Übernachtungen um 24 Prozent zugelegt, Grömitz um 13,6 Prozent, Scharbeutz um gut 13 Prozent, sagt Kerstin Ehlers, Leiterin des Tourismusreferats im Kieler Wirtschaftsministerium. Die Gäste kommen also. In allen drei Orten haben Investoren oder die Kommune selbst kräftig Geld in touristische Projekte gesteckt.

A-ja hat mit Hilfe der Investitionsbank sein Hotelprojekt in Grömitz realisiert. In Travemünde steht der erste Spatenstich fürs A-ja-Resort unmittelbar bevor. Ab September wird gebaut (Investitionsvolumen 35 Millionen Euro). Und die A-ja-Kette will weiter expandieren. Zwei, drei weitere Standorte im Land seien im Gespräch, verrät Quentin Sharp, Geschäftsführer der Resort und Hotel GmbH. Ins Visier genommen hat das Unternehmen die Nordseeküste. Nach LN-Informationen will A-ja nach St. Peter-Ording, ist sich mit der Gemeinde aber noch nicht über ein Grundstück einig geworden.

Das Ferienresort Priwall Waterfront (geplante Eröffnung Ende 2018) finanziert die IBSH als Partner der federführenden Sparkasse zu Lübeck. Investor ist der Däne Sven Hollesen. Die neue Priwall-Promenade wird von der Investitionsbank bezuschusst.

„Das unterschiedliche Fördergefälle zwischen alten und neuen Bundesländern ist nicht mehr das Thema“, sagt Westermann-Lammers. „Es gibt keine Drohgebärden von Investoren, nach Mecklenburg-Vorpommern abzuwandern“, bestätigt Ehlers. Das macht gute Laune. Von Anfang 2015 bis heute hat die IBSH fünf Hotelprojekte mit 15 Millionen Euro gefördert. 5,4 Millionen Euro entfielen auf 24 Klein-Kreditnehmer der Tourismusbranche. Mit einer Gesamtsumme von weiteren 21 Millionen Euro wurden 50 Projekte gefördert, darunter Neubau, Erweiterung und Modernisierung von Hotels, zweimal der Bau von Promenaden.

 Curd Tönnemann

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