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Wirtschaft im Norden Hoteliers im Norden machen gute Geschäfte
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20:38 07.04.2017
Vor dem langen Osterwochenende können die Hoteliers im Norden eine überwiegend positive Zwischenbilanz ziehen. Quelle: Foto: Stephanie Pilick/dpa
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Berlin/Kiel

Bevor mit dem Oster-Urlaub der Touristen-Ansturm auf den Norden einsetzt, gibt es gute Nachrichten für Hotels, Gasthöfe und Pensionen im Land. Die Auslastung der Zimmer ist gestiegen, die Erträge haben angezogen. Und: Mit einer eigenen Buchungsplattform unter dem Dach des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) soll dem Druck der großen Internet-Buchungsplattformen etwas entgegengesetzt werden. „Wir stehen mit dem Buchungsportal www.shhotels.de in den Startlöchern“, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Stefan Scholtis den LN. In wenigen Wochen werde das Hotel-Portal freigeschaltet. Es soll laut Scholtis eine „attraktive Alternative“ zu den „unfairen“ Marktpraktiken bestehender Buchungsportale wie Booking.com, HRS oder Expedia.de bieten. Im Gegensatz zu den großen Internet-Unternehmen werden die Buchungen provisionsfrei erfolgen. Die beteiligten Beherbergungsbetriebe zahlen nur eine Vertriebsgebühr von 300 Euro im Jahr.

Die Hotels der Landeshauptstadt Kiel legten nach einer Erhebung des Hotelverbandes Deutschland (IHA) im Vorjahr bei der Auslastung ihrer Zimmer um knapp zwei Punkte auf 75,8 Prozent zu, in Lübeck um 5,4 auf 68,2 Prozent. Bei den Preisen gab es in der Stadt an der Trave mit durchschnittlich 88 Euro (ohne Frühstück und Mehrwertsteuer) sogar einen Rückgang von zwei Prozent. Zimmer in Kiel legten um 1,6 Prozent auf 80 Euro zu. Damit liegen beide Städte bei den Netto-Zimmerpreisen noch deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 93 Euro.

Wichtig für die Hoteliers ist, dass die Erträge je Zimmer mit 60 Euro (Lübeck) und 61 Euro (Kiel) um rund drei Prozent gestiegen sind. Allerdings bereiten steigende Kosten, wachsende Hotelkapazitäten und die Konkurrenz durch private Zimmer-Vermieter im Internet (Airbnb, 9flats oder Wimdu) den Hoteliers Sorgen. Scholtis beklagt, dass diese keine Auflagen wie Brandschutz oder Hygienebestimmungen zu erfüllen hätten. Auch meldeten viele ihre Einnahmen nicht dem Finanzamt. Der IHA-Vorsitzende Otto Lindner kritisierte, die Anforderungen des Meldegesetzes bei den Internet-Privatvermietern würden nicht umgesetzt. Er kritisierte das „derzeitige Rechtsvakuum“ in vielen Städten und Gemeinden. Dies gehe auf Kosten der Verbraucher, Anwohner und Steuerzahler und verzerre „den Wettbewerb zur stark reglementierten Hotellerie“.

Einig ist man sich ebenfalls in der Branche, dass der Wirrwarr der unterschiedlichen Mehrwertsteuer – in der Gaststätte 19, draußen jedoch sieben Prozent – aufgehoben werden muss. „Sieben Prozent für alle Leistungen“ forderte IHA- Chef Lindner. Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Übernachtungen von 19 auf sieben Prozent im Jahr 2010 habe sich als Segen für die Beherbergungswirtschaft erwiesen. FDP und CSU hatten das in der schwarz-gelben Koalition durchgedrückt. Wegen einer Spende eines großen Hoteliers an die Liberalen wurde sie auch „Mövenpick-Steuer“ genannt.

Lindner hofft zudem, dass das „Ärgernis Bettensteuer“ bereits im Herbst vom Bundesverfassungsgericht gestoppt wird. Es sind mehrere Klagen anhängig. Im Norden wird die kommunale Abgabe auf Übernachtungen, auch als „Matratzen-Maut“ verspottet, nur in Flensburg und Damp wird sie erhoben.

Reinhard Zweigler

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