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Wirtschaft im Norden IG Metall übergibt ihre Forderung an den Dräger-Chef
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden IG Metall übergibt ihre Forderung an den Dräger-Chef
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21:15 03.03.2016
Stefan Dräger (v. l.) bekommt die Forderung der IG Metall von Daniel Friedrich und Dräger-Betriebsrat Siegfrid Kasang überreicht. Quelle: Neelsen

Die Forderung der Industriegewerkschaft (IG) Metall für die kommende Tarifrunde ist seit vergangenem Montag beschlossen: Für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie soll es fünf Prozent mehr Lohn geben. Vertreter der IG Metall Küste übergaben die Forderung gestern an die Geschäftsführung von Dräger.

Vor dem Werkstor des Unternehmens in der Revalstraße hatten sich rund 50 Mitarbeiter versammelt. „Bei Dräger bietet es sich an, diese Übergabe persönlich zu machen, um gerade in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation den Mitarbeitern den Rücken zu stärken“, sagt Daniel Friedrich, Geschäftsführer der IG Metall Lübeck-Wismar. „Denn die verschiedenen Probleme hier sind nicht durch Lohnverzicht zu lösen, sondern die Strukturen müssen verändert werden.“

Der Medizin- und Sicherheitsgeräte-Hersteller hatte schon im vergangenen Herbst angekündigt, aufgrund eines Umsatzeinbruchs 200 Stellen am Lübecker Stammsitz abzubauen. Zudem wurde erst vor einer guten Woche Lieferanten und Geschäftspartnern von Dräger angekündigt, dass das Unternehmen Rechnungen zukünftig mit einer verlängerten Frist von 45 Tagen bezahle. „In der aktuellen Situation fünf Prozent mehr Entgelt zu fordern, ist irrational und verantwortungslos“, sagt Dräger-Personalvorstand Reiner Piske. Auch der Arbeitgeberverband Nordmetall argumentierte gegen die Forderung der IG Metall. „Die Produktivität der Metall- und Elektroindustrie ist seit 2008 um zwei Prozent gestiegen, die Löhne aber um 20 Prozent“, sagt Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger. „So viel mehr zu verteilen, kann nur ein paar Jahre gut gehen, denn man kann eben nur den Kuchen verteilen, der auch gebacken wird.“ Er sorge sich darum, dass durch die Lohnentwicklung viele Arbeitsplätze ins Ausland, zum Beispiel nach Polen, verlegt würden.

Die Verhandlung über die Tariferhöhung beginnt am kommenden Donnerstag in Oldenburg und wird am 14. April in Hamburg fortgesetzt.

Von lsc

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