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IG Metall will bei flexiblen Arbeitszeiten mehr mitreden

Timmendorfer Strand IG Metall will bei flexiblen Arbeitszeiten mehr mitreden

300 Delegierte diskutieren in Timmendorfer Strand über moderne Modelle.

Timmendorfer Strand. . Die Beschäftigten sollen über ihre Arbeitszeiten stärker mitentscheiden können: Dafür will sich die IG Metall Küste künftig auf allen Ebenen einsetzen – in Betrieben, in Tarifrunden und in der politischen Diskussion vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr. „Über die Arbeitszeit dürfen nicht allein die Arbeitgeber entscheiden“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken gestern zum Auftakt einer Fachkonferenz in Timmendorfer Strand. Unter dem Motto „Mein Leben – Meine Zeit“ wollen die mehr als 300 Delegierten und Gäste zwei Tage lang über den Themenkomplex diskutieren, der nach Ansicht der Gewerkschaft die künftige Tarifpolitik bestimmen wird.

125 Jahre IG Metall Küste

Mit einer Wanderausstellung und zahlreichen Veranstaltungen wie Festakten und Sommerfesten feiert die IG Metall Küste den 125. Geburtstag der Gewerkschaft. Auftakt war gestern Abend die Eröffnung der Fotoausstellung „Zeiten der Solidarität: 125 Jahre IG Metall an der Küste“ durch Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) in Timmendorfer Strand.

Es gehe vor allem um mehr Zeitsouveränität des Einzelnen, sagte Geiken. Arbeitgeber würden Flexibilität verlangen, wenn es um ihre Belange gehe und Aufträge abgearbeitet werden müssten.

„Umgekehrt muss das genauso gelten. Die Beschäftigten erwarten, dass sich Leben und Arbeiten in Einklang bringen lassen. Dafür wollen sie stärker mitbestimmen, wann, wie und wieviel sie arbeiten“, erklärte der Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Die Beschäftigten sind nicht generell gegen Flexibilisierung, aber sie haben ein Problem damit, dass sie über ihre Arbeitszeit und die Zeiten, in denen sie zusätzlich arbeiten, nicht frei bestimmen können.“ Es müsse für Beschäftigte möglich sein, ihre Arbeitszeit unkompliziert an ihre Familiensituation anzupassen oder ihnen eine Fortbildung zu ermöglichen.

Dass das funktionieren kann, zeigten Betriebe wie Dräger in Lübeck, wo es bereits seit Jahren Zeitkonten und eine Vielzahl individueller Arbeitszeitmodelle gebe. „Wir wollen, dass das für alle Betriebe tarifvertraglich verankert wird“, sagte Geiken. Dabei werde es in einigen Betrieben immer mehr Freiräume für die Beschäftigten geben als in anderen. „Aber in vielen Betrieben werden die Spielräume zur Flexibilisierung nicht genutzt, obwohl sie vorhanden sind, darüber wollen wir reden“, sagte Geiken, der seit 2011 die IG Metall Küste leitet.

Die Mitglieder würden erwarten, dass die IG Metall das Thema anpacke, erklärte Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall, auf der Bezirkskonferenz. „Unsere große Beschäftigtenbefragung mit mehr als einer halben Million Teilnehmern im Jahr 2013 hat gezeigt, dass viele Menschen weniger arbeiten wollen und mehr Zeitautonomie verlangen, um Arbeit und Leben besser vereinbaren zu können.“ Kerner kündigte an, dass die IG Metall zunächst die Überstunden in den Fokus nehmen will: „Geleistete Arbeit muss bezahlt werden. Es kann nicht sein, dass jedes Jahr eine Milliarde Überstunden verfallen.“

Als weitere Schwerpunkte für die nächsten Monate nannte Kern Regelungen zum mobilen und digitalen Arbeiten sowie die humanere Gestaltung von Schichtplänen. „Parallel werden wir die Debatte über unsere tarifpolitischen Ziele vorantreiben“, sagte das IG Metall-Vorstandsmitglied. Die IG Metall Küste vertritt die Interessen von 178500 Mitgliedern in Schleswig- Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und dem nördlichen Niedersachsen.

LN

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