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Wirtschaft im Norden IHK Lübeck: Streit mit dem Ex-Chef eskaliert
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden IHK Lübeck: Streit mit dem Ex-Chef eskaliert
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21:10 30.08.2013
Lübeck

Am kommenden Dienstag tritt die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lübeck zusammen. Sie soll sich auf Wunsch des abberufenen IHK-Hauptgeschäftsführers Matthias Schulz-Kleinfeldt (62) noch einmal mit seinem Fall beschäftigen. Doch bevor es dazu kommt, eskaliert die Auseinandersetzung zwischen Kammer und Ex-Chef weiter. Die ordentliche Kündigung Schulz-Kleinfeldts zum 31. August wurde vom IHK-Präsidium in eine fristlose Kündigung gewandelt. Die Spitze der Kammer schweigt sich darüber aus, welche neuen Vorwürfe gegen den Ex-Chef erhoben werden. Schulz-Kleinfeldt hat angekündigt, gegen die Kündigung vor Gericht zu ziehen.

„Wir müssen diesen Weg formal gehen, um einerseits die Positionen der IHK in dieser Auseinandersetzung bestmöglich zu vertreten und andererseits ihrem Auftrag nachzukommen, mit Herrn Schulz-Kleinfeldt eine für beide Seiten verträgliche Einigung herbeizuführen“, setzte IHK-Präses Friederike C. Kühn die Vollversammlungsmitglieder schriftlich von der fristlosen Kündigung in Kenntnis. Parallel zu der außerordentlichen Kündigung werde der Rechtsvertreter der Kammer „noch vor der Vollversammlung wiederholt eine außergerichtliche Einigung versuchen“, teilte Kühn mit.

Das Präsidium steht offenbar unter Druck. Einem Teil der Vollversammlung reichen die bisher genannten Vorwürfe gegen Schulz- Kleinfeldt für seine Ablösung offenbar nicht aus. An einer Veröffentlichung der Vorgänge scheint die IHK-Präses nicht gelegen. „Ich wähle diesen Weg, damit Sie nicht wieder erst aus der Zeitung den aktuellen Sachstand erfahren. Ich bedauere es sehr, dass diese Auseinandersetzung offensichtlich nicht ohne große Resonanz in der Presse abgeschlossen werden kann“, bittet Kühn um einen „vertraulichen Umgang“ mit der Information.

Schulz-Kleinfeldt war im Juni auf Antrag des IHK-Präsidiums von der Vollversammlung abberufen worden — drei Jahre vor regulärem Vertragsende. Die Kammer- Spitze spricht von einem zerstörten Vertrauensverhältnis. Verfehlungen waren bis dahin kaum konkret benannt worden. Dem Vernehmen nach will das Präsidium am 3. September weitere Punkte ins Feld führen, die eine Trennung nötig gemacht hätten. Schulz-Kleinfeldt klagt auf Weiterzahlung der Bezüge, anteilige Bonizahlungen und einen Dienstwagens.

Das ist die IHK zu Lübeck
70 000 Unternehmen aus Lübeck und den Kreisen Ostholstein, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg gehören der IHK Lübeck an. An der Spitze der Kammer steht das achtköpfige ehrenamtliche Präsidium. Die 64-köpfige Vollversammlung ist das IHK-Parlament.

Curd Tönnemann

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