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Wirtschaft im Norden IHK-Präses Kühn mit 92,7 Prozent der Stimmen wiedergewählt
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden IHK-Präses Kühn mit 92,7 Prozent der Stimmen wiedergewählt
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23:08 19.01.2016
Friederike C. Kühn beim Neujahrsempfang der IHK am 13. Januar. Quelle: Maxwitat
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Lübeck

Friederike C. Kühn strahlte gelöst, als sie gestern Abend in Lübeck vor die Presse trat. Mit 92,7 Prozent der Stimmen hatte die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck die 53-jährige Unternehmerin aus Bargteheide für weitere drei Jahre in ihrem Amt als Präses bestätigt. Sie hatte bei der Wahl keinen Gegenkandidaten. „Ich freue mich sehr, dass mir die Mitglieder mit so großer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen haben“, sagte sie. „Und ich freue mich, dass ich so ein gut aufgestelltes Präsidium an meiner Seite habe“, fügte sie hinzu.

Ende vergangenen Jahres hatten die etwa 65000 Mitglieder der IHK zu Lübeck ihre neue Vollversammlung gewählt, gestern trat sie zum ersten Mal zusammen. 44 von insgesamt 64 Mitgliedern — zwei Drittel — sitzen zum ersten Mal in diesem Gremium und sind für sechs Jahre gewählt, 55 waren gestern Abend da. „Sechs Jahre ist eine lange Zeit, deshalb ist ein so großer Wechsel nicht außergewöhnlich“, erklärte Kühn. Die erste Sitzung habe auch dem gegenseitigen Kennenlernen gedient. Am 2. Februar trifft sich die neue IHK-Spitze zur ersten Sitzung, um die Schwerpunkte der Arbeit zu besprechen. „Als starke Stimme der Region werden wir in Bund und Land Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Unternehmen sowie für die Verkehrs- und Breitband-Infrastruktur einfordern“, kündigte Kühn an. In der Hansebelt-Region werde die IHK „alles dafür tun, das Klima für Neugründungen und Übernahmen bestehender Unternehmen zu verbessern, um Know-how und Wertschöpfung hier zu halten.“

Die gebürtige Berlinerin und begeisterte Hobby-Köchin Kühn ist die erste Frau an der Spitze der 1853 gegründeten IHK zu Lübeck. Sie ist Chefin der Agentur MWS in Bargteheide, die sich auf Werbung im Gesundheitswesen spezialisiert hat. Kühn ist verheiratet und hat einen sieben Jahre alten Sohn.

Vor drei Jahren war sie überraschend zur Präses gewählt worden — in einer spannenden Abstimmung siegte sie damals gegen den Lübecker Lutz Kleinfeldt. Kühn erhielt 30 Stimmen, ihr Gegenkandidat 19 Stimmen. Der Wahl vorausgegangen war eine wochenlange Debatte darüber, ob sich die Lübecker Kammer der „Vetternwirtschaft“ verdächtig macht, wenn Kleinfeldt gewählt wird. Hintergrund: Sein Schwager Matthias Schulz-Kleinfeldt war bereits Hauptgeschäftsführer. Vier Monate nach Kühns Wahl trat die Vollversammlung erneut zusammen, diesmal, um über eine Abberufung Schulz-Kleinfeldts abzustimmen. Als Grund für diesen Antrag nannte Kühn damals ein „nachhaltig gestörtes Vertrauensverhältnis“ zu ihrem Hauptgeschäftsführer. Schulz-Kleinfeldt wehrte sich gegen seine Abberufung, es folgte ein juristischer Streit um die Trennung. Interims-Nachfolger Lars Schöning wurde dann mit großer Mehrheit von der Vollversammlung zum Hauptgeschäftsführer berufen. Seitdem segelt die IHK wieder in ruhigerem Fahrwasser.

Das neue Präsidium
Die neue Vollversammlung der IHK wählte auch das Präsidium. Erneut einen Platz erhielten Jochen Brüggen (Firma Brüggen), MuK-Geschäftsführerin Ilona Jarabek und Arno Probst, Vorstand der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Ins Amt des Vicepräses zurückgekehrt ist Thomas Buhck vom Umweltdienstleister Buhck in Wentorf. Neu im Präsidium ist Norbert Basler, Gründer der Basler AG in Ahrensburg. Sollte es die IHK-Arbeit erfordern, kann die Vollversammlung zwei weitere Präsidiumsmitglieder wählen. Die Amtszeit beträgt drei Jahre.

Christian Risch

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