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IWF-Chefin Lagarde soll wegen Millionenzahlung vor Gericht

Paris/Washington IWF-Chefin Lagarde soll wegen Millionenzahlung vor Gericht

Untersuchungskommission wirft Ex-Ministerin Fahrlässigkeit vor.

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Christine Lagarde.

Quelle: AFP

Paris. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, soll wegen einer umstrittenen Millionenzahlung zu ihrer Zeit als französische Wirtschaftsministerin vor Gericht. Dies entschied gestern die Untersuchungskommission des Gerichtshofs der Republik, sagte ein Sprecher in Paris. Der 59-Jährigen wird Fahrlässigkeit vorgeworfen. Lagarde will die Entscheidung anfechten, teilte ihr Anwalt Yves Repiquet mit.

Der Beschluss, den Fall vor Gericht zu bringen, kommt überraschend: Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor die Einstellung des Verfahrens beantragt. Es geht um den Verdacht, Lagarde könne in ihrer Zeit als Wirtschaftsministerin in Paris (2007 bis 2011) regelwidrig eine Entschädigungszahlung von rund 400 Millionen Euro an Bernard Tapie ermöglicht haben. Der Geschäftsmann hatte sich von der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais beim Verkauf seiner Anteile am deutschen Sportartikelhersteller Adidas geprellt gesehen und deswegen geklagt.

Lagarde bezeichnete das Verfahren und die Vorwürfe stets als „völlig unbegründet“. „Frau Lagarde möchte erneut betonen, dass sie im besten Interesse des französischen Staates und in voller Übereinstimmung mit den Gesetzen gehandelt hat“, erklärte ihr Anwalt Repiquet. „Sie teilt die Sichtweise des Staatsanwaltes, dass es keine Grundlage für irgendeine Anschuldigung gegen sie gibt.“

Lagarde werde dem IWF-Board über die neuen Entwicklungen berichten.

Die Französin steht seit 2011 an der Spitze des IWF. Ein Sprecher erklärte in Washington, der Exekutivrat spreche ihr weiterhin sein Vertrauen aus. Das laufende Verfahren wollte er nicht kommentieren. Der Fall sorgt schon seit Jahren für Schlagzeilen. Lagarde war in der Angelegenheit mehrfach von Korruptionsermittlern vernommen worden, im August 2014 wurde ein Anklageverfahren gegen sie eingeleitet. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu ein Jahr Gefängnis und 15 000 Euro Strafe.

LN

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