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Wirtschaft im Norden Im Norden mehr Bewerber als Lehrstellen
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21:10 27.06.2013
Kiel

Bei der Lehrstellensuche müssen sich die Jugendlichen sputen. 6300 Plätze sind in Schleswig-Holstein noch unbesetzt, bei 6700 unversorgten Bewerbern. Dies teilte die Agentur für Arbeit gestern mit. „Der Endspurt am Ausbildungsmarkt hat begonnen“, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann. „Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres.“ Die noch nicht versorgten Bewerber hätten gute Chancen, noch einen Ausbildungsvertrag zu erhalten.

Besonders im Einzelhandel sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe sind Stellen frei. „Kein Jugendlicher muss ohne Ausbildungsplatz sein“, sagte Haupt- Koopmann. Wer noch keine Stelle habe, sollte sich an die Berufsberatung wenden. Dort gebe es kurzfristig Termine. Haupt-Koopmann rief die Betriebe auf, keine Stelle unbesetzt zu lassen. „Nutzen Sie die verbleibenden Wochen, um auch schwächeren Bewerbern eine Einstiegschance zu geben.“ Die Arbeitsagentur bezahle die sogenannte Einstiegsqualifizierung — Langzeitpraktika von einem Jahr — oder ausbildungsbegleitende Hilfen. Derzeit absolvieren im Land rund 1000 Jugendliche eine solche Einstiegsqualifizierung, um sich für eine Berufsausbildung fit zu machen.

„In jedem Jugendlichen schlummern Talente“, sagte Haupt-Koopmann. Die Betriebe sollten nicht nur nach Aktenlage entscheiden und die Jugendliche nicht immer auf den Traumberuf warten, sondern flexibel sein.

Der Arbeitsmarkt kommt in Schleswig-Holstein unterdessen noch nicht wieder richtig auf Touren, weil konjunkturelle Impulse fehlen. Derzeit sind im nördlichsten Bundesland 97 600 Frauen und Männer ohne festen Job und damit 1,1 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Wie die Agentur für Arbeit gestern bekanntgab, sank die Zahl der Arbeitslosen im Juni gegenüber dem Vormonat um 1800 oder 1,8 Prozent. Dies hatte vorwiegend saisonale Gründe, besonders in den touristisch geprägten Kreisen.

Die leichte Zunahme zum Vorjahr sollte nicht überbewertet werden, sagte Margit Haupt-Koopmann, „Wir haben nach wie vor eine stabile Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent und liegen damit im Bundesschnitt.“ Die Chefin der Regionaldirektion Nord räumte allerdings ein: „Aufgrund der verspäteten Frühjahrsbelebung hatten wir uns für den Monat Juni mehr erhofft.“

Weniger Arbeitslose
2,865 Millionen Männer und Frauen waren im Juni in Deutschland arbeitslos. Trotz der lahmenden Konjunktur und des schwachen Frühjahrsaufschwungs ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Juni um 72 000 gesunken. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

LN

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