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Wirtschaft im Norden Imageschaden bei Tuifly
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Imageschaden bei Tuifly
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18:17 08.10.2016
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Berlin

. Die vielen Flugausfälle bei der Tuifly führen nach Meinung eines Tourismusforschers zu einem kurzfristigen Ansehens-Verlust. Derzeit sei der Schaden relativ groß, sagte Rainer Hartmann von der Hochschule Bremen. Potenzielle Kunden würden das aber – wie in vielen Bereichen des Tourismus – auch schnell wieder vergessen. Gerade bei der Wahl von Fluglinien achte man vor allem auf Sicherheit und auf den Preis.

„Ich denke, dass das relativ schnell wieder vergessen sein wird“, sagte Hartmann, der zu Freizeit- und Tourismusmanagement forscht. Das werde aber auch davon abhängen, wie Tuifly mit Menschen umgehe, deren Flüge ausgefallen seien. „Da sehe ich ein gewisses Risiko gerade.“ Der Tui-Konzern hatte mitgeteilt, keine Entschädigungen an Passagiere zahlen zu wollen. Er beruft sich auf höhere Gewalt, Reiserechtler zweifeln das an. „Das kommt natürlich nicht so gut“, sagte Hartmann.

Auch der Tourismusforscher Torsten Kirstges hatte die Ankündigung der Tuifly als ungeschickt bewertet. „Da hätte man sich besser bedeckt gehalten“, sagte der Experte der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven. Einen langfristigen Imageschaden befürchte er nicht. „Das Gedächtnis der Urlauber ist doch meist sehr kurzfristig.“ Auch die fortdauernden wirtschaftlichen Schwierigkeiten beim Tuifly-Leasingkunden Air Berlin seien nach seiner Einschätzung noch nicht beim breiten Publikum angekommen.

Bei Tuifly kommt es seit Tagen zu massiven Ausfällen und Verspätungen, weil sich viele Besatzungen krank gemeldet haben. Vor einer Woche war bekannt geworden, dass Tuifly in eine neue Dachholding unter Führung von Etihad integriert werden soll. Vertreter der Arbeitnehmer befürchteten Jobverluste und kritisierten unkonkrete Informationen. Am Freitagabend war Tui den Forderungen der Arbeitnehmer mit einer mindestens dreijährigen Standort- und Tarifgarantie entgegengekommen. Zudem wurde eine Entscheidung über die geplante Neuordnung auf Mitte November verschoben.

Tuifly arbeite „mit Hochdruck daran, ab heute wieder ihr komplettes Flugprogramm anzubieten“, erklärte die Airline. Voraussichtlich würden 115 Flüge starten. Voraussetzung dafür ist, dass sich viele Crews wieder zum Dienst melden. Gestern fielen noch fast alle Flüge aus.

LN

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