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Immer mehr Autos mit E-Kennzeichen

Lübeck Immer mehr Autos mit E-Kennzeichen

Bereits 13646 Fahrzeuge haben so ein spezielles Nummernschild – Im Norden ist es aber noch eher unbekannt.

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Das Elektrofahrzeug vom Lübecker Carsharing-Anbieter „Stattauto“ fährt bereits mit dem neuen E-Kennzeichen herum.

Quelle: Maxwitat

Lübeck. Oldtimer haben H-Kennzeichen, für Elektroautos gibt es Nummernschilder mit einem E am Ende. Obwohl diese speziellen Kennzeichen bereits seit Ende September 2015 beantragt werden können, ist das E an letzter Stelle des Nummernschildes längst noch nicht allen bekannt, wie Carla Westerheide feststellen musste. Auf dem Weg zum Strand stoppte die Polizei die Lübeckerin in ihrem Renault Zoe auf der A 1. Als die 32-Jährige das Fenster herunterkurbelte, sagte der Polizist: „Wir kommen mit Ihrem Kennzeichen nicht klar.“ Carla Westerheide war perplex. „Ich wusste gar nicht, was er meinte“, schildert die Lübeckerin. Sie dachte zuerst, sie hätte beim Einsteigen in den Wagen von „Stattauto“ in Lübeck nicht richtig hingeschaut und wäre ohne Kennzeichen losgefahren. Doch das war es nicht, die Beamten verwirrte das E am Ende des Kennzeichens.

Die E-Nummernschilder sind Teil des Gesetzes, mit dem die Bundesregierung die Elektromobilität in Deutschland fördern will. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verspricht sich von den neuen Nummernschildern einen „echten Erkennungseffekt“. Fast ein Jahr nach der Einführung gibt es nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Deutschland insgesamt 13646 Fahrzeuge mit E-Kennzeichen. Die neuen Schilder scheinen mehr und mehr Anklang zu finden. Drei Monate nach dem Start waren es gerade einmal 3600 Fahrzeuge. In Schleswig-Holstein fahren insgesamt 511 Elektroautos mit einem E-Kennzeichen herum, im Kreis Ostholstein sind es zehn. In Lübeck gibt es derzeit 68 Elektro- und 24 Plug-In-Hybridfahrzeuge, wie viele davon ein E-Nummernschild haben, kann die Stadt nicht sagen. „Es sind definitiv aber nicht alle“, sagt Valessa Glisovic vom Presseamt. Denn die Fahrer müssen kein neues Kennzeichen beantragen. Ingesamt wurden 2015 nach Angaben des KBA in Flensburg 304 Elektro- und 838 Hybridfahrzeuge im Norden zugelassen.

Der Lübecker Carsharing-Anbieter „Stattauto“ hat zwei seiner insgesamt fünf Elektrowagen mit den neuen Kennzeichen ausgestattet – darunter den Renault Zoe, den sich Carla Westerheide geliehen hatte.

Weitere Fahrzeuge mit den E-Kennzeichen auszurüsten, ist laut Angela Haecker-Goette vom Stattauto-Vorstand vorerst nicht geplant: „Das ist auch immer mit Kosten verbunden.“ Grund für die Umrüstung der zwei Wagen war die Überlegung auf dem Städtetag, dass E-Autos mit einem solchen Kennzeichen künftig die Busspuren nutzen dürfen. Doch für Lübeck wurde diese Idee bislang nicht umgesetzt.

In Hamburg genießen Elektrowagen bereits eine Reihe von Privilegien – Voraussetzung ist allerdings das E auf dem Kennzeichen. Als erster deutscher Standort hatte die Hansestadt ihre Parkgebührenordnung angepasst und Elektroautos von der Gebührenpflicht an Parkscheinautomaten im gesamten Stadtgebiet befreit. Die Regelung gilt bis zum Jahr 2020.

In Lübeck beschäftigt sich nach Auskunft der Stadt derzeit der Arbeitskreis für Verkehrsfragen mit möglichen Privilegien für Elektroautos. Ein Ergebnis wird für November angestrebt. Die Befreiung von der Parkgebühr auf bestimmten Plätzen ist eine Option.

Einen positiven Effekt auf die Zulassungszahlen von Elektrowagen erhofften sich die Bundesregierung und die Branche zuletzt auch von der Elektroauto-Kaufprämie. Doch seit dem Start Anfang Juli sind erst 1194 Anträge für Elektro- und 597 für Plug-In-Hybridfahrzeuge eingegangen. Aus Schleswig-Holstein waren es gerade einmal 53, davon 35 für E-Autos.

Für wen gilt es?

E-Nummernschilder bekommen reine Batterie-Elektroautos, besonders umweltfreundliche von außen aufladbare Hybridfahrzeuge, sogenannte Plug-In Hybride, und Brennstoffzellenfahrzeuge. Hybridautos müssen dabei die Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm pro Kilometer einhalten oder eine rein elektrische Mindestreichweite von mehr als 30 Kilometern vorweisen. Zum Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Förderung der Elektromobilität gehören neben der Kennzeichnung auch die Befreiung der E-Autos von der Kfz-Steuer sowie Milliarden-Investitionen in die Forschung.

Julia Konerding

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