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Immer mehr Berufstätige pendeln nach Hamburg

Hamburg Immer mehr Berufstätige pendeln nach Hamburg

170200 Schleswig-Holsteiner arbeiten in der Hansestadt – Land will es ihnen komfortabler machen – DGB Nord fordert mehr sozialen Wohnungsbau.

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Dicht gedrängt warten die Fahrgäste im Hamburger Hauptbahnhof darauf, in die S-Bahn einsteigen zu dürfen.

Quelle: Foto: Bodo Marks/dpa

Hamburg. Die Zahl der Berufstätigen, die zur Arbeit nach Hamburg pendeln, steigt. Fast 342000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte waren es nach Angaben des Statistikamtes Nord im vergangenen Jahr. 2015 waren es rund 338500 gewesen, 2010 erst 312000 Menschen. Zu den Hauptgründen für das Pendeln zählten die hohen Miet- und Immobilienpreise in den Städten sowie die gestiegene Beschäftigung, sagte der Experte Thomas Pütz vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

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170200 Schleswig-Holsteiner arbeiten in der Hansestadt – Land will es ihnen komfortabler machen – DGB Nord fordert mehr sozialen Wohnungsbau.

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Laut Statistik arbeiten rund 170200 Arbeitnehmer aus Schleswig-Holstein (2010: 151991) und 97360 (90230) aus Niedersachsen in Hamburg. Dagegen hat sich die Zahl der Beschäftigten aus Mecklenburg-Vorpommern von rund 14360 (2010) auf 12150 im Jahr 2016 verringert. Weitere Pendler kommen aus Bremen und anderen Bundesländern. Der Anteil dieser „Einpendler“ im Verhältnis zu den insgesamt sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat sich von 2010 mit 38 Prozent zu 2016 mit 36,7 Prozent leicht verringert.

Angesichts der negativen Folgen des Pendelns für die Umwelt durch Verkehr und Flächenverbrauch sowie für die Gesundheit der Betroffenen forderte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD): „Wir müssen in die Verbindung von Stadt und Land investieren, durch einen modernen und leistungsfähigen ÖPNV zum Beispiel.“

Schleswig-Holstein werde weitere Anstrengungen unternehmen, um die Flexibilität für die Pendler zu verbessern, sagt Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Auf der Strecke Hamburg–Lübeck seien bereits hochmoderne Züge im Einsatz, „damit die Menschen nicht nur schneller zu ihrer Arbeit kommen, sondern auch komfortabler“, sagt Buchholz. In Planung sei derzeit, die Züge mit WLan auszustatten, „damit die Fahrt noch sinnvoller genutzt werden kann“. Ein Testzug sei bereits im Land im Einsatz. Geplant seien zudem elektronische Sitzplatzreservierungen auf einzelnen Verbindungen.

Auch die Zahl der Menschen, die in Hamburg wohnen, aber in anderen Bundesländern arbeiten, ist dem Statistikamt Nord zufolge gestiegen. 119930 fuhren 2016 (2010: 94000) zum Arbeiten raus aus der Hansestadt – vor allem nach Schleswig-Holstein (59113) und Niedersachsen (19273). In MecklenburgVorpommern waren mit rund 1700 ebenfalls mehr Menschen mit „Wohnsitz Hamburg“ beschäftigt als 2010 (1390). Die Stadt mit den meisten Arbeitnehmern, die in einer anderen Gemeinde wohnen als sie arbeiten, war München mit 365000 Pendlern (2015: 355000).

Der DGB Nord fordert angesichts der steigenden Pendlerzahlen eine abgestimmte Strategie der norddeutschen Bundesländer für mehr sozialen Wohnungsbau sowie einen stärkeren Einsatz der Arbeitgeber für eine bessere Mobilität ihrer Mitarbeiter. „Hier ist dringend Stressabbau nötig“, sagt der Vorsitzende Uwe Polkaehn. So sollten die Arbeitgeber ihren Beschäftigten ein Jobticket mitfinanzieren, fordert er.

Zudem müsse der soziale Wohnungsbau in der Metropolregion intensiviert werden. „Viele Arbeitnehmer pendeln nur, weil sie sich mit ihren Familien die Großstadt nicht mehr leisten können“, sagt Polkaehn. Um in der Metropolregion Hamburg 3000 Wohnungen pro Jahr zusätzlich zu erstellen, seien Investitionen in Höhe von rund 600 Millionen Euro nötig, heißt es vom DGB Nord.

jd

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