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In Kiel entwickelt: Piraten-Abwehr ist jetzt einsatzbereit

Kiel In Kiel entwickelt: Piraten-Abwehr ist jetzt einsatzbereit

Drei Jahre lang wurde es entwickelt, gestern wurde es vorgestellt — ein neues Piratenabwehrsystem, das Schiffe sicherer machen soll.

Kiel. Drei Jahre lang wurde es entwickelt, gestern wurde es vorgestellt — ein neues Piratenabwehrsystem, das Schiffe sicherer machen soll. Unter der Leitung der Raytheon Anschütz GmbH in Kiel, einem weltweit führenden Entwickler von Schiffselektronik, hat eine Gruppe von mittelständischen Unternehmen im Norden ein Komplettsystem namens „Pitas“ (Piraterie- und Terrorabwehr auf Seeschiffen) zusammengestellt.

„,Pitas‘ bringt vor allem eines: Zeit zum Reagieren“, erklärt Projektleiter Thomas Lehmann. Derzeit habe eine Crew höchstens fünfzehn Minuten Zeit, bis ein erspähtes Piratenschiff zum Entern anlegt.

„Pitas“ könne diesen Zeitraum um ein Vielfaches vergrößern. „Das reicht, um Abwehrmaßnahmen einzuleiten, etwa Stacheldraht auszurollen, Schmierseife zu versprühen und die Marine zu verständigen.“

Dabei setzt das Abwehrsystem auf vorhandene Sensorik: Mit einer speziellen Software-Erweiterung kann das Navigationsradar selbst kleinste Boote oder an der Wasseroberfläche treibende Sprengfallen erkennen. Zusätzlich sind in einer Datenbank Informationen über gefährliche Seegebiete, beispielhafte Szenarien von Piratenübergriffen und Schiffsidentifikationsdateien gespeichert. Nach Auskunft von Lüder Hogrefe, Geschäftsführer von Raytheon Anschütz, kann „Pitas“ auf Mega-Yachten, Passagierschiffen und Frachtern zum Einsatz kommen. Jedoch seien die Reeder sehr vorsichtig mit solchen Investitionen, sagt Hogrefe. Das Komplettsystem soll über 100 000 Euro kosten.

Mit der Entwicklung von „Pitas“ sei eine „innovative, bisher beispiellose Systemlösung“ für die Abwehr von Piraten gefunden, lobt Niko von Bosse, Leiter des Maritimen Clusters Norddeutschland die Arbeit der Projektpartner. Der Bund hat das Projekt mit drei Millionen Euro gefördert. jup

LN

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