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Wirtschaft im Norden „InOui“ – ein neuer Name für den TGV
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden „InOui“ – ein neuer Name für den TGV
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18:13 01.07.2017
Ein Hochgeschwindigkeitszug des französischen Bahnkonzerns SNCF mit dem Logo „InOui“, die seit gestern durchs Land rollen. Quelle: Foto: Fraysseix/dpa
Paris

. Für einige in Frankreich klang es erstmal wie ein schlechter Scherz. Der staatseigene Bahnkonzern SNCF verpasst einem Teil seiner TGV-Verbindungen einen neuen Namen: „InOui“ – und das Land rieb sich die Augen. Immerhin ist der Hochgeschwindigkeitszug TGV eine nationale Ikone – ein Aushängeschild für Modernität à la française.

Für einen Twitter-Nutzer schien die Ankündigung so, als würde der Spielkonsolen-Hersteller Nintendo den Titelheld seiner bekannten „Super Mario“-Reihe in Robert umbenennen.

An diesem Wochenende rollen die ersten TGV-Züge unter der Marke „InOui“ durchs Land. Zunächst auf der Strecke Paris–Bordeaux, wo eine neue Schnellstrecke von heute an die Fahrtzeit auf gut zwei Stunden verkürzt. Der Name ist ein Wortspiel: „Oui“ heißt auf Französisch ja, „inouï“ bedeutet außergewöhnlich, unerhört. Die Marke soll ein neues Serviceversprechen ausdrücken und für eine klare Abgrenzung zum Low-Cost- Angebot der SNCF sorgen. Das alles ist Teil eines Plans, um sich im Wettbewerb mit Billigfliegern und Fernbussen zu behaupten.

Doch als der Schritt Ende Mai bekannt wurde, erntete die SNCF erst einmal viel Spott. Es entstand der Eindruck, dass sie die international bekannte Marke TGV aufgebe. Ein Radiokolumnist griff den Klang der neuen Marke „InOui“ auf und benannte SNCF-Chef Guillaume Pepy in „Monsieur Pépoui“ um. „Wir vergeben Ihnen. Aber kehren Sie zum TGV zurück. Ich kaufe Ihnen eine Rückfahrkahrte.“

Der Bahnkonzern versucht, die Bedenken auszuräumen. „TGV bleibt TGV“, versichert Rachel Picard, Leiterin des Geschäftsfelds „SNCF Voyages“ und damit verantwortlich für die Hochgeschwindigkeitszüge. „TGV ist das Material, TGV bleibt der Name des Zugs“, sagt sie, „man wird weiterhin sagen „Ich bin im TGV.“ Es geht aus Sicht des Konzerns vor allem darum, die Angebote klar voneinander abzugrenzen.

Denn anders als die Deutsche Bahn hat die SNCF vor einigen Jahren eine eigene Billigmarke im Hochgeschwindigkeitsverkehr geschaffen: Unter dem Namen „OuiGo“ schickt sie TGV-Züge mit hellblauem Anstrich durchs Land – mit mehr Plätzen, weniger Stauraum, ohne Bar. Tickets gibt es ab 10 Euro, statt in der Hauptstadt Paris selbst halten die Züge an Bahnhöfen im Umland. Jeder zweite Passagier der Billigmarke sei neu im TGV, eine „Waffe zur Markteroberung“. Fünf Millionen nutzten das Angebot 2016, bis 2020 soll ihre Zahl sich fast verfünffachen.

Die „InOui“-Züge sollen neu oder modernisiert sein, ausgestattet mit WLan. Das Zugpersonal soll für einen besseren Umgang geschult werden. Bis 2020 sollen alle klassischen TGV-Verbindungen zu „InOui“ werden, die SNCF investiert 2,5 Milliarden Euro. Ziel ist es, die Zahl der Fahrgäste in ihren TGVs bis 2020 um 15 Millionen auf dann 120 Millionen zu steigern.

Professor Jean-Marc Lehu, Marken-Experte an der Universität Panthéon-Sorbonne, hält den neuen Namen für einen „echten Marketing-Fehler“. Und das Wort „inouï“ habe noch dazu eine doppelte Bedeutung – etwas kann nämlich auch beispiellos negativ sein.

LN

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