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Insolvente Lindenau-Werft gerettet - neuer Werften-Verbund

Kiel Insolvente Lindenau-Werft gerettet - neuer Werften-Verbund

Nach jahrelanger Zitterpartie kam die gute Botschaft kurz vor Weihnachten: Eine arabische Holding übernimmt die seit 2008 insolvente Kieler Lindenau-Werft. Der Betrieb wird künftig mit Nobiskrug, ADM und Lindenau zu einem Werftenverbund gehören.

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Die Lindenau-Werft ist angeblich gerettet. Foto: Carsten Rehder/Archiv

Kiel. Die insolvente Lindenau-Werft in Kiel ist im letzten Moment vor der endgültigen Zerschlagung gerettet worden. Die arabische Privinvest Gruppe, zu der bereits die Rendsburger Nobiskrug Werft und die Werft ADM Kiel gehören, wird die Lindenau Werft zum 1. Januar 2013 übernehmen. Das teilte Insolvenzverwalter Jan Wilhelm am Donnerstag auf einer Betriebsversammlung mit. Der Betrieb wird mit den verbliebenen 30 Mitarbeitern fortgesetzt und der Werftname Lindenau bleibt erhalten, „wobei die Zeichen auf Wachstum stehen“, sagte Wilhelm nach der Betriebsversammlung der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die Geschäftsführung der Nobiskrug Werft hat demnach praktisch die Federführung bei Lindenau wie schon bereits bei ADM. Ein integriertes Management-Team führe die Werften, erklärte Nobiskrug in einer Pressemitteilung. Es gebe eine gemeinsame Verwaltung. Der Kaufvertrag wird am 28. Dezember notariell in Hamburg vollzogen, sagte Wilhelm.

„Alle drei Standorte verfügen über komplementäre Werftanlagen und Fähigkeiten, die die Leistungsfähigkeit und Flexibilität weiter erhöhen“, betonte Nobiskrug. „Wir sind stolz, die Lindenau Werft mit ihren Mitarbeitern in unserer Gruppe zu begrüßen und werden die Stärken dieser Traditionswerft nachhaltig erhalten und ausbauen“, wurde der Chef der Privinvest Gruppe, Iskandar Safa, zitiert. Privinvest und die arabische Werftengruppe Abu Dhabi Mar seien eng verknüpft, erläuterte Wilhelm.

Lindenau hatte 2008 mit damals noch 400 Mitarbeitern Insolvenz anmelden müssen. Mit Nobiskrug, ADM Kiel und Lindenau entsteht ein neuer Werften-Verbund in der Region. Lindenau solle in Zukunft vor allem Reparaturaufträge übernehmen, insbesondere für Großschiffe, sagte Peter Seeger, Geschäftsführer IG Metall Kiel-Neumünster. Lindenau habe mit dem Standort an der Förde und den sehr guten Mitarbeitern dafür eine hervorragende Grundlage.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sprach von einer guten Nachricht für den Werftenstandort Kiel und die maritime Branche Schleswig-Holsteins. Es gebe nur Gewinner, die Rettung des Industriestandortes in Friedrichsort sei „in buchstäblich letzter Minute“ gelungen. Das Land hatte sich während der letzten Wochen als Vermittler in die Verhandlungen eingebracht.

Für die Landesregierung habe die Werftindustrie nach wie vor eine herausragende Bedeutung, betonte Meyer. „Werften sind keine Industriegeschichte sondern lebendige Gegenwart und eng mit der Zukunftsentwicklung dieses Landes verbunden. Deshalb setzen wir uns mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für diesen durchaus entwicklungsfähigen Industriezweig ein.“ Lindenau sei über Jahre unterstützt worden, um die Beschäftigung soweit möglich zu erhalten.

Auch die IG Metall sieht eine Perspektive mit Zukunft. „Der neue Werftenverbund von Nobiskrug, ADM und Lindenau wird sich im Markt behaupten, und ich gehe davon aus, dass darüber hinaus zusätzliche Arbeitsplätze entstehen werden“, sagte Seeger. „So hat das Weihnachtsfest für die Beschäftigten bei Lindenau doch noch ein bisschen mehr Glanz bekommen.“

Die Privinvest Holding mit Niederlassungen in Beirut und Abu Dhabi betreibt unter anderem eine internationale Werftengruppe mit mehr als 2500 Mitarbeitern. Zu den Aktivitäten gehören die Entwicklung und der Bau von Marineschiffen, Megajachten und Plattformen für die Offshore Windindustrie.

dpa

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