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Wirtschaft im Norden Jetzt wird dem Spätsommer eingeheizt
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Jetzt wird dem Spätsommer eingeheizt
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21:22 17.09.2013
Nicole Seewald (41) hat die Heizung noch nicht eingeschaltet. Allerdings hat sie ihren kuscheligen Wollpullover wieder angezogen. Mit einer heißen Tasse Tee genießt sie den Spätsommer. Quelle: Fotos: Malzahn, Maxwitat (4)

Draußen stürmt und regnet es, langsam werden auch in der Wohnung die Füße kalt. Besonders nach dem überdurchschnittlich warmen Sommer fühlt sich das einsetzende Herbstwetter ungewohnt frisch an. Deshalb heißt es bei vielen schon jetzt: Heizung an.

21 Grad Celsius in Wohnräumen und 18 in Schlafräumen — „Mieter haben einen Anspruch darauf, dass sich die Wohnung auf diese Werte erwärmen lässt“, erklärt Jens Engels, Anwalt für Mietrecht. Ansonsten ist der Vermieter verpflichtet, in der üblichen Heizperiode vom 1. Oktober bis zum 30.

April die Heizung in Gang zu halten. Außerhalb dieser Zeit tritt die Heizpflicht ein, wenn die Temperatur in der Wohnung unter 17 Grad Celsius fällt. „Gemäß der Obhutspflicht sind dann aber auch die Mieter dafür verantwortlich, zu lüften und zu heizen“, sagt Engels.

Dabei gilt: Je moderner eine Wohnung gedämmt ist, desto mehr muss gelüftet und geheizt werden. Carola Augustin vom Institut für Wohngesundheit in Hamburg erklärt: „An Wärmebrücken wie Fenstern entsteht Kondenswasser. Durch die Dämmung staut es sich. So entsteht schnell Schimmel.“ Die richtige Luftfeuchtigkeit sei für die Wohnung und — nicht zu vergessen — die Gesundheit der Bewohner wichtig. Experten empfehlen deshalb je nach Außen- und Raumtemperatur eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 60 Prozent.

Aber: Funktioniert die Heizung noch richtig? Anwalt Jens Engels rät Mietern zu Beginn der Heizperiode die Funktionsfähigkeit zu prüfen und Schäden direkt dem Vermieter zu melden. Dieser sei für die Funktion verantwortlich und müsse bei Schäden einen Monteur beauftragen. „Aber auch in Eigentumshäusern sollten die Heizungen überprüft und darüber nachgedacht werden, Alte zu ersetzen“, rät Bernd Maier-Staud vom Ministerium für Energiewende in Schleswig-Holstein. Es sei außerdem ratsam, einen sogenannten „hydraulischen Abgleich“ vorzunehmen.

„Dabei werden die Heizungspumpe, die Heizkörper und die Heizungsventile aufeinander abgestimmt“, erklärt er. Damit könne man 10 bis 15 Prozent Energie sparen. „Bei uns im Haus läuft die Heizung auch schon“, verrät er.

„Im Grunde ist es einfach eine Frage des Empfindens, wann man die Heizung anschaltet“, sagt Baubiologin Carola Augustin. „Ich kann für die Heizperiode nur empfehlen, morgens und abends richtig quer durch die Wohnung für mindestens fünf Minuten stoßzulüften. Da ist die Luft am trockensten.“ Und Bernd Maier-Staud vom Ministerium fügt hinzu: „Man muss beim Stoßlüften auch nicht die Heizungskörper runter drehen. Das ist Quatsch.“

Für alle, die bei den frischen Temperaturen trotzdem auf ihre Heizung verzichten wollen, hat Lars Lewandowski bei einer LN- Umfrage einen Tipp: „Ein sonniges Gemüt. Das hält immer warm.“

Kim Meyer

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