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Wirtschaft im Norden Jobverlust und Krankheit häufig Auslöser für Überschuldung
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Jobverlust und Krankheit häufig Auslöser für Überschuldung
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18:25 02.07.2016
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Berlin

Eine überraschende Kündigung, ein schwerer Unfall, der plötzliche Tod des Partners: Wer in Deutschland unter hohen Schulden ächzt, kann häufig nichts für die schwierige finanzielle Situation. Die verbreitete Meinung „Wer überschuldet ist, ist selbst schuld“ sei falsch, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Dieter Sarreither. Im vergangenen Jahr sei jeder fünfte Kunde (19 Prozent) einer Schuldnerberatungsstelle wegen des Verlusts des Arbeitsplatzes in die Misere gerutscht.

15 Prozent waren wegen gesundheitlicher Probleme überschuldet. Ähnlich groß (14 Prozent) war der Anteil derer, die wegen einer Trennung oder des Tods des Partners hohe Schulden machten. „Es fällt auf, dass in der Regel unplanbare und gravierende Änderungen der Lebensumstände als Hauptauslöser genannt werden, die außerhalb der unmittelbaren Kontrolle der Überschuldeten liegen“, sagte Sarreither.

Die Zahlen basieren auf Einschätzung der Schuldnerberater. Nur nahezu jeder zehnte Überschuldete konnte demnach nicht mit Geld umgehen: Elf Prozent häuften wegen unangemessenen Konsumverhaltens Schulden an. Bei sieben Prozent sei die auf lange Sicht unzureichende Einkommenssituation trotz einer wirtschaftlichen Haushaltsführung der Grund für die Probleme gewesen.

Insgesamt suchten 2015 rund 647000 Privatleute professionelle Unterstützung bei den rund 1400 Schuldnerberatungsstellen. Die Zahl der tatsächlich Überschuldeten in Deutschland dürfte jedoch um ein Vielfaches höher liegen: Nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände sind bundesweit 3,1 Millionen Haushalte überschuldet.

LN

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