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Kaffee-Brause: Erfolg mit Ernteresten

Lübeck Kaffee-Brause: Erfolg mit Ernteresten

Eine Brasilien-Reise brachte zwei Lübecker auf die Idee für ein neuartiges Getränk namens Caté.

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Bastian Muschke (l.) und Bastian Senger (beide 31) servieren in der Lübecker Königstraße Caté, ein neues Getränk.

Quelle: Guido Kollmeier

Lübeck/Hamburg. Ein bisschen Kaffee, ein bisschen Tee: Caté ist frisch gebrühter Tee aus naturgetrockneten Kaffeekirschen — mit einem Schuss Kohlensäure versetzt. Die Idee zu der neuartigen Kaffee-Brause stammt von zwei Lübeckern. Die ersten 7500 Flaschen haben Bastian Muschke (31) und Bastian Senger (31) schnell verkauft. Jetzt sollen 40000 Flaschen produziert werden. Mit ihrem fair gehandelten Produkt haben sie den Gastro Vision Förderpreis 2016 bekommen.

Der Weg dahin war lang. Allein sechs Monate lang haben die beiden, die sich schon aus ihrer Schulzeit am Trave-Gymnasium in Lübeck kennen, an der Rezeptur gearbeitet. Zunächst wurde zu Hause experimentiert. „Wir haben getrocknete Kaffeeschalen aufgebrüht und sie beispielsweise mit einem Spritzer Zitrone verfeinert“, erzählt Muschke. Er war schon Jahre zuvor bei einer privaten Reise nach Brasilien auf die Schalen der Kaffeekirsche aufmerksam geworden. „Die Pflücker naschten gern davon, manchmal wurde auch Tee daraus gemacht“, erzählt Muschke. „Poor man‘s coffee“, Kaffee des armen Mannes, so nennt man das dort. „Doch auf den Plantagen lagen die Schalen bergeweise herum und vergammelten.“ Dieser eigentlich hochwertige Rohstoff verkomme nach der Kaffeebohnen-Ernte zum Abfallprodukt.

Wenn man die getrockneten Fruchtschalen, die bei der Kaffeeproduktion anfallen, verwertet, kann man die kostbare Kaffeepflanze um vieles ertragreicher machen, dachten sich die Lübecker, die in Hamburg in der Ingenieurbranche tätig sind. Dabei geht es ihnen auch darum, neue Unternehmenswerte zu etablieren. „Wir wollen einen sozialen und ökologischen Beitrag leisten durch das Upcycling der Fruchtschalen“, erklärt Senger, der bei den Grünen aktiv ist.

„Wir haben Proben an Unis verköstigt und sogar unsere Hochzeitsgäste als Tester eingesetzt“, erzählt Senger. Manche wollten es ein bisschen saurer, ein bisschen süßer. Bestimmt 400 verschiedene Meinungen seien eingeholt und zum Teil auch umgesetzt worden. Anfang Oktober vergangenen Jahres dann haben die beiden ihr Produkt bei einem Gründer-Treffen der Hamburger Hochschulen vorgestellt. „Da haben wir eine so gute Resonanz bekommen, dass wir uns bestätigt fühlten“, erinnert sich Senger.

Doch es galt, einen Produzenten zu finden. „Ein schwieriger Prozess, wir haben deutschlandweit recherchiert“, berichtet Muschke. Mit der Husumer Mineralbrunnen GmbH wurde man schließlich einig. Zu Jahresbeginn kamen die ersten Flaschen Caté in die Läden. Bisher gibt es die koffeinhaltige Limo nur in ausgewählten Bars und Restaurants überwiegend im Hamburger Raum. Das Erfrischungsgetränk, das pur, auf Eis oder auch mit Gin oder Rum serviert werden kann, kommt gut an. Und zwar so gut, dass die Produktion im zweiten Schritt nun verfünffacht werden soll.

Das Getränk sei interessant, da es einen neuen Geschmack habe, meinen die Erfinder. Die Kaffee-Brause, über deren Namen sich die beiden viele Gedanken gemacht haben, ist tatsächlich schwer einzuordnen. Manche schmecken vor allem die süßherbe Note heraus, andere erkennen Ähnlichkeiten zu einer Mischung aus Mate und Eistee. „Caté hat einen kräftigen Eigengeschmack“, sagt Muschke. Eine Flasche enthält übrigens das Koffein von zwei Tassen Espresso. Es werden nur natürliche Zutaten verwendet.

Das Getränke-Start-up aus Hamburg konnte auch bei der Gastro Vision, dem Branchentreff der Gastronomie und Hotellerie, überzeugen. Die Jungunternehmer bekamen den Förderpreis. Caté solle zur Verbesserung der Ökobilanz und Lebensbedingungen von Farmern beitragen, hieß es in der Begründung der Jury. Tatsächlich wollen die beiden mit Caté nicht nur Geld verdienen. Ziel ist ein gemeinwohl-orientiertes Unternehmen, bei dem vom Anbau bis zur Produktion jeder von der Herstellung des Getränks profitieren soll.

Noch mehr Produkte aus der Kaffeekirsche

Getränke aus der Kaffeekirsche sind derzeit im Kommen. So wird inzwischen auch „Cascara“ angeboten, ein koffeinhaltiger Tee aus Kaffeekirschen. Er kann pur, aber auch als Schorle getrunken werden. In Londoner Bars soll er bereits zum Standard gehören.

Ebenfalls erhältlich sind in Deutschland die „Wilde Ziege“ und „Selosoda“, fruchtig herbe Erfrischungsgetränke auf der Basis von Kaffeekirschen. Kaffeebäume können bis zu 3,5 Meter groß werden. Die Bäume tragen Früchte, die auch als Kaffeekirschen bezeichnet werden. Im Reifeprozess wechseln sie - wie auch ihre Namensverwandten - die Farbe von grün über gelb zu rot.

Die Kerne der Kaffeekirschen (auch Kaffeebohnen genannt) werden zu Kaffee geröstet. Kaffeekirsche hingegen wird die Schale und das Fruchtfleisch genannt. Es soll mehr Koffein als die gerösteten Kaffeebohnen enthalten und zudem voller Antioxidantien und exotischer Aromen stecken.

Von Julia Paulat

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