Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Kartellamt ermittelt gegen Autofirmen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Kartellamt ermittelt gegen Autofirmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:20 05.07.2016
Im Werk der Daimler AG in Rastatt arbeitet ein Mitarbeiter an einem Mercedes-Benz GLA. Quelle: Uli Deck/dpa
Anzeige
Stuttgart/Bonn

. Wegen des Verdachts auf Absprachen beim Stahleinkauf hat das Bundeskartellamt Büros von sechs Autobauern und Zulieferern durchsucht. Bereits im Juni nahmen Ermittler unter anderem Volkswagen, Daimler und BMW sowie die Zulieferer Bosch und ZF unter die Lupe, bestätigten Sprecher der Konzerne.

Ein  Sprecher des Bundeskartellamts sprach von einem Anfangsverdacht für einen Kartellrechtsverstoß. 50 Mitarbeiter des Kartellamts sowie zusätzliche Kräfte der Polizei und des Landeskriminalamts seien bei den Durchsuchungen dabei gewesen. Stahl ist der wichtigste Werkstoff in der Autoindustrie. Zuvor hatte die „Schwäbische Zeitung“ über das Einschreiten der Wettbewerbshüter berichtet. Unter Verweis auf das noch laufende Verfahren wollten die Sprecher keine weiteren Details nennen. Bis zum Abschluss des Verfahrens gelte die Unschuldsvermutung, sagte der Sprecher des Bundeskartellamts.

Laut EU-Wettbewerbsrecht sind Absprachen unter Anbietern von Waren und Dienstleistungen sowie unter Abnehmern streng untersagt. Damit soll eine Preislenkung verhindert werden, die nicht vom freien Markt bestimmt wird. Sprechen sich Firmen doch ab, drohen hohe Geldbußen. Die Sprecher der Firmen betonten, bei den Untersuchungen kooperiere man vollumfänglich mit den Behörden.

Wie lange die Ermittlungen dauern, ist schwer abzuschätzen – Kartellfälle dauern mitunter wenige Monate, können aber auch Jahre gehen. Sollten Bußgelder verhängt werden, können die Unternehmen dagegen vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf vorgehen. Auch in einem anderen Fall hat die Branche mit Kartellbehörden zu tun: Europäischen Lastwagenbauern droht wegen illegaler Preisabsprachen eine Milliardenstrafe.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

. Nach dem Feuer in der Wiesenhof-Geflügelschlachterei im niedersächsischen Lohne verlieren Hunderte Menschen ihren Job.

05.07.2016

Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg soll die Autoindustrie kontrollieren und steht im Fokus wie nie zuvor.

05.07.2016

. Bei den Flugbegleitern der Lufthansa herrscht in den nächsten Jahren wieder Tariffrieden.

05.07.2016
Anzeige