Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Kassen zahlen Prämien an Mitglieder aus

Hamburg Kassen zahlen Prämien an Mitglieder aus

Bei der TK gibt es einen 80-Euro-Scheck. Verband will die Beitragsautonomie zurück.

Hamburg. Die gesetzlichen Krankenkassen sitzen auf einem Milliardenpolster von Mitgliedsbeiträgen. Versprechen, keine Zusatzbeiträge zu erheben, locken inzwischen keinen Versicherten mehr hinterm Ofen hervor. Also werben immer mehr Kassen bis zum Abwinken mit Bonusleistungen. Doch wenn auch das ausgereizt ist, müssen sie zurückzahlen. Dazu sind Kassen gesetzlich verpflichtet. Gestern kündigte die Techniker Krankenkasse an, dass sie ihren 6,2 Millionen Mitgliedern auch im kommenden Jahr wieder einmalig 80 Euro zurückzahlt.

Die Dividende umfasst mehr als eine halbe Milliarde Euro, teilte der TK-Verwaltungsrat mit. Kassensprecher Michael Ihly erklärt die komfortable Lage so: „Wenn wir mehr aus dem Gesundheitsfonds bekommen als wir auszahlen, dürfen wir Rücklagen bilden — aber nur bis zu einer bestimmten Höhe.“ Darüber hinaus müssen zusätzliche Leistungen für Versicherte angeboten werden. Bei der TK ist das zum Beispiel die Erstattung von Naturheilverfahren. Doch nach Angaben des Ersatzkassenverbands VdeK dürfen auch solche Bonusleistungen nicht willkürlich ausgeweitet werden. Nach Sozialgesetzbuch ist die Kasse ab einer bestimmten Grenze verpflichtet, einen Teil der Beiträge zu erstatten.

Auch die deutlich kleinere hkk (360 000 Versicherte) plant, ihren Mitgliedern für das Jahr 2014 Prämien zu zahlen. Hkk-Vorstand Michael Lempe bestätigt, dass die Dividende mindestens 100 Euro betragen soll. Die hkk hatte bereits 2009 als erste bundesweit fungierende Krankenkasse Rückzahlungen eingeführt. Von 2009 bis 2012 betrug die Ausschüttung jeweils 60 Euro. Fürs laufende Jahr wurde sie auf 100 Euro erhöht. Die Mitglieder erhalten wie bei der TK einen Scheck. Die Hanseatische Krankenkasse (HEK) zahlt im laufenden Jahr 75 Euro an jedes Mitglied. Prämien gibt es auch bei der IKK gesund plus und Betriebskrankenkassen, die nur Mitarbeitern offenstehen.

Warum schaffen nicht auch andere Kassen Rückzahlungen? „Wir haben niedrige Verwaltungskosten und effiziente Strukturen“, erklärt TK-Sprecher Ihly. Für den Ersatzkassenverband VdeK liegt der Fehler im System. „Der staatlich festgelegte, für alle gesetzlichen Krankenkassen verbindliche Beitragssatz (15,5 Prozent des Bruttolohns) ist nicht sinnvoll“, sagt VdeK-Sprecher Florian Unger. Die Kassen sollten wieder selbst über ihre Beiträge entscheiden können. Sie könnten ihren tatsächlichen Finanzbedorf viel besser abschätzen. Der Ersatzkassenverband fordere deshalb von der künftigen Bundesregierung, die alte Beitragsautonomie wiederherzustellen.

„Wir haben niedrige Verwaltungskosten.“
TK-Sprecher Michael Ihly

Curd Tönnemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Norden
DAX
Chart
DAX 13.167,50 -0,00%
TecDAX 2.581,25 -0,10%
EUR/USD 1,1744 +0,09%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

VOLKSWAGEN VZ 171,51 +3,62%
INFINEON 25,29 +3,15%
BMW ST 86,94 +2,11%
RWE ST 19,67 -2,13%
HEID. CEMENT 91,30 -1,58%
DT. BANK 16,18 -0,74%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 237,85%
Commodity Capital AF 195,69%
Allianz Global Inv AF 129,71%
Apus Capital Reval AF 99,67%
FPM Funds Stockpic AF 97,68%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.