Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Kassen zahlen Prämien an Mitglieder aus
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Kassen zahlen Prämien an Mitglieder aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 13.09.2013

Die gesetzlichen Krankenkassen sitzen auf einem Milliardenpolster von Mitgliedsbeiträgen. Versprechen, keine Zusatzbeiträge zu erheben, locken inzwischen keinen Versicherten mehr hinterm Ofen hervor. Also werben immer mehr Kassen bis zum Abwinken mit Bonusleistungen. Doch wenn auch das ausgereizt ist, müssen sie zurückzahlen. Dazu sind Kassen gesetzlich verpflichtet. Gestern kündigte die Techniker Krankenkasse an, dass sie ihren 6,2 Millionen Mitgliedern auch im kommenden Jahr wieder einmalig 80 Euro zurückzahlt.

Die Dividende umfasst mehr als eine halbe Milliarde Euro, teilte der TK-Verwaltungsrat mit. Kassensprecher Michael Ihly erklärt die komfortable Lage so: „Wenn wir mehr aus dem Gesundheitsfonds bekommen als wir auszahlen, dürfen wir Rücklagen bilden — aber nur bis zu einer bestimmten Höhe.“ Darüber hinaus müssen zusätzliche Leistungen für Versicherte angeboten werden. Bei der TK ist das zum Beispiel die Erstattung von Naturheilverfahren. Doch nach Angaben des Ersatzkassenverbands VdeK dürfen auch solche Bonusleistungen nicht willkürlich ausgeweitet werden. Nach Sozialgesetzbuch ist die Kasse ab einer bestimmten Grenze verpflichtet, einen Teil der Beiträge zu erstatten.

Auch die deutlich kleinere hkk (360 000 Versicherte) plant, ihren Mitgliedern für das Jahr 2014 Prämien zu zahlen. Hkk-Vorstand Michael Lempe bestätigt, dass die Dividende mindestens 100 Euro betragen soll. Die hkk hatte bereits 2009 als erste bundesweit fungierende Krankenkasse Rückzahlungen eingeführt. Von 2009 bis 2012 betrug die Ausschüttung jeweils 60 Euro. Fürs laufende Jahr wurde sie auf 100 Euro erhöht. Die Mitglieder erhalten wie bei der TK einen Scheck. Die Hanseatische Krankenkasse (HEK) zahlt im laufenden Jahr 75 Euro an jedes Mitglied. Prämien gibt es auch bei der IKK gesund plus und Betriebskrankenkassen, die nur Mitarbeitern offenstehen.

Warum schaffen nicht auch andere Kassen Rückzahlungen? „Wir haben niedrige Verwaltungskosten und effiziente Strukturen“, erklärt TK-Sprecher Ihly. Für den Ersatzkassenverband VdeK liegt der Fehler im System. „Der staatlich festgelegte, für alle gesetzlichen Krankenkassen verbindliche Beitragssatz (15,5 Prozent des Bruttolohns) ist nicht sinnvoll“, sagt VdeK-Sprecher Florian Unger. Die Kassen sollten wieder selbst über ihre Beiträge entscheiden können. Sie könnten ihren tatsächlichen Finanzbedorf viel besser abschätzen. Der Ersatzkassenverband fordere deshalb von der künftigen Bundesregierung, die alte Beitragsautonomie wiederherzustellen.

„Wir haben niedrige Verwaltungskosten.“
TK-Sprecher Michael Ihly

Curd Tönnemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Natürlich per Kurznachricht ließ Twitter die Katze aus dem Sack: Eines der letzten noch privat gehaltenen Internet- Schwergewichte strebt an die Börse.

13.09.2013

Überraschung im privaten Krankenhausgeschäft: Fresenius übernimmt Kliniken des Konkurrenten Rhön. Fresenius stärkt damit seine Spitzenposition am privaten Klinikmarkt in Deutschland.

13.09.2013

Lübecker Bürgermeister sieht neues Gleis über Dänischburg skeptisch.

12.09.2013
Anzeige