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Wirtschaft im Norden Kaufen US-Investoren die HSH Nordbank?
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20:10 23.10.2017
Kiel

Wenige Tage vor Ende der Angebotsfrist mehren sich die Anzeichen, dass der Verkauf der HSH Nordbank gelingen kann. Nach Informationen der Kieler Nachrichten wird die Landesbank bei erfolgreichem Verlauf der Privatisierungsverhandlungen 2018 aller Voraussicht nach in amerikanische Hände kommen.

Demnach liegen die US-Finanzinvestoren Apollo und Flowers als Bietergemeinschaft sowie der New Yorker Investmentfonds Cerberus im Rennen um die HSH-Anteile Hamburgs und Schleswig-Holsteins an der Spitze. Ernsthaftes Interesse haben zudem der US-Finanzinvestor Lone Star sowie eine bislang unbekannte Bietergruppe. Der Einstieg chinesischer Unternehmen, der lange als wahrscheinlichste Lösung galt, ist wohl vom Tisch.

Bis kommenden Freitag, 18 Uhr, müssen potenzielle Investoren bei der Citibank, die Hamburg und Schleswig-Holstein berät, verbindliche Kaufangebote abgegeben haben. Dann startet die heiße Phase des Verkaufsprozesses, die von der EU mit Argusaugen beobachtet wird. Der Ausstieg der Länder aus der Bank mit aktuell rund 2000 Mitarbeitern war die zentrale Auflage aus Brüssel für die milliardenschwere Rettung des Instituts im vergangenen Jahr. Gibt es bis Ende Februar keinen unterschriebenen Kaufvertrag, muss die Bank ihre Abwicklung einleiten.

Selbst der HSH-Kritiker Wolfgang Kubicki (FDP), der als Oppositionspolitiker die Zukunft der Bank tiefschwarz gemalt hatte, gibt sich verhalten optimistisch: „Ich halte es nicht mehr für ausgeschlossen, dass der Verkauf gelingen kann.“ Er habe mit mehreren der potenziellen Interessenten gesprochen. Diese könnten nach seiner Einschätzung „ein Angebot unterbreiten, worauf die Länder sich einlassen könnten“. Unabhängig vom Verkauf, so Kubicki, würden Schleswig-Holstein und Hamburg „auf einem deutlich zweistelligen Milliardenbetrag sitzenbleiben“.

Auch nach Ansicht des CDU-Finanzexperten Tobias Koch sind die Chancen für einen Verkauf gestiegen: „Die Bank hat ihre Hausaufgaben gemacht.“ Keinesfalls jedoch dürften die Länder zusätzliche Risiken übernehmen: „Dass ist eine rote Linie.“ Finanzministerin Monika Heinold wollte die Verkaufsaussichten nicht kommentieren.

HSH-Vorstandschef Stefan Ermisch hatte der Wirtschaftswoche gesagt, er rechne mit Offerten für die gesamte Bank: „Wir sind heute ganz nah an einer ökonomisch sinnvollen Lösung.“

Während der gesunde Teil der HSH, die „Kernbank“, inzwischen wieder Millionengewinne einfährt, gelten die teuren Altlasten in der „Abbaubank“ als Bremsklotz beim Verkauf.

Ulrich Metschies

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