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Keine Rückkehr zur Milchquote

Keine Rückkehr zur Milchquote

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) nimmt zu den Sorgen vieler Bauern Stellung.

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Christian Schmidt (CSU, 58) ist seit dem 17. Februar 2014 Minister für Ernährung und Landwirtschaft.

Quelle: dpa

Berlin Im LN-Interview plädiert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) für Absprachen zwischen Milchbauern und Molkereien zur Reduzierung der Milchmenge.

Die Agrarminister von Bund und Ländern verhandeln noch bis Freitag im mecklenburgischen Göhren-Lebbin.

Halten Sie die jetzigen Rohmilchpreise von unter 30 Cent für normales Marktgeschehen oder haben Sie Verständnis für die existenziellen Sorgen vieler Milchbauern?

Christian Schmidt: Ich kann diese Sorgen sehr gut verstehen. Die Milchquote ist erst vor gut einem Jahr ausgelaufen und wir befinden uns nach Jahrzehnten des regulierten Marktes jetzt in einem schwierigen Anpassungsprozess. Aber es war der gemeinsame Wunsch aller Beteiligten, die Marktregulierung zu beenden. Die Entscheidung war richtig und wurde durch die Instrumente des Milchpakets politisch flankiert. Letztendlich ist der niedrige Preis Ausdruck des Überangebotes. Deshalb kann die Krise nur im Markt und von den Beteiligten gelöst werden. Dabei unterstützen wir sie nach unseren Möglichkeiten. Eine Rückkehr der Milchquote werden wir aber nicht erleben.

Länder-Amtskollegen warnen, wenn den Milchbauern nicht schnell und unbürokratisch geholfen werde, dann könnte es zu einer erheblichen Zahl von Insolvenzen kommen. Können Sie Hilfen aus Berlin und Brüssel zusichern?

Schmidt: Es sind zwei Dinge zu tun: Erstens, müssen wir den Betrieben mit Liquidität durch die schwierige Phase hindurchhelfen. Dazu haben wir ein 70 Millionen Euro Liquiditätshilfeprogramm aufgelegt und Entlastungen bei der landwirtschaftlichen Unfallversicherung von insgesamt 178 Millionen Euro für 2016 beschlossen. Wegen der anhaltend schwierigen Lage setzte ich mich darüber hinaus in Brüssel für ein weiteres Liquiditätsprogramm der EU ein. Zweitens, müssen wir Maßnahmen zu einer besseren Angebotssteuerung seitens der Landwirte und Molkereien fördern und insgesamt die Rolle der Erzeuger in der Wertschöpfungskette stärken. Dazu haben wir schon Beschlüsse der EU und gerade läuft die nationale Umsetzung mit dem Agrarmarktstrukturgesetz.

Experten meinen, wenn ein, zwei Prozent Milch vom Markt genommen würden, könnte sich der Milchpreis wieder nach oben bewegen und stabilisieren. Sollten sich die Erzeuger zu einer freiwilligen Mengenreduzierung bereit erklären?

Schmidt: Die Erzeuger und Molkereien sollten die neuen Instrumente nutzen und Absprachen zur Produktion und zur Reduzierung der Milchmenge treffen. Diese Ausnahme vom Kartellrecht ermöglichen wir ihnen jetzt für ein halbes Jahr. Genauso wichtig ist aber auch, an der Erschließung neuer Exportmärkte zu arbeiten. Eine weiter wachsende Weltbevölkerung und global steigende Nachfrage sind eigentlich gute Voraussetzungen für auskömmliche Einkommen in der Milchviehwirtschaft.

Interview: Reinhard Zweigler

LN

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