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Wirtschaft im Norden Kiloweise gebrauchte Lego-Steine
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Kiloweise gebrauchte Lego-Steine
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21:33 04.10.2016
Lego-Liebhaber Sebastian Kirst verschickt gebrauchte Legosteine und auch -köpfe in alle Welt. Quelle: Jaspersen/dpa
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Achim

Über dem Tresen schwebt ein Supersternen- Zerstörer der Executor-Klasse. Er misst 124,5 Zentimeter und besteht aus 3000 Lego- Teilen. „Da musste ich einfach zuschlagen“, sagt Sebastian Kirst, der das Raumschiff gebraucht erstand. Bei KiSebA ist der 34-Jährige der Kommandant. Seine Mission: Gebrauchte Lego-Steine in die Welt verschicken.

Es sind bei weitem nicht nur die Kinder, die die Plastiksteinchen in dem kleinen Geschäft mit großen Augen bestaunen. „Mein Hauptgeschäft, ich schätze mal 90 Prozent, kommt von Erwachsenen“, sagt Kirst, der sich im Oktober 2012 selbstständig machte und im September 2014 das Geschäft in Achim eröffnete.

Kirst ist gelernter Fluggerätemechaniker und Großhandelskaufmann. Sein Geschäft ist aufgeteilt in einen kleineren Eingangsbereich, wo nagelneue Lego-Sets wie der 230 Euro teure Hightech- Braunkohlebagger zu erwerben sind. „Das ist der Offline-Bereich“, erklärt Kirst. Die Musik spielt aber dahinter im „Online-Lager“.

Dort stapeln sich in Regalen blaue Kisten, die akribisch und akkurat mit langen Buchstaben- und Zahlenkombinationen beschriftet sind. Hier lagern 1 bis 1,5 Millionen Lego-Teile, die alle gebraucht sind. Gewicht: zirka 2,5 Tonnen.

Jedes Teil zu zählen, wäre ehrgeizig. Deshalb wird die Gebrauchtware bei Anlieferung einfach gewogen. Wo kommen die Steine her? „Eltern oder Oma und Opa kommen, wenn die Kinder oder Enkel groß

geworden sind und bringen Kisten oder Tüten voller alter Legosteine“, sagt Kirst.

Dann gibt es etwa zehn Euro pro Kilogramm – je nach Art und Zustand der Steine. Die werden sortiert und gewaschen. „In Sofakissenbezügen bei 40 Grad. Das hat sich gut bewährt.“ Bianca Müller (41) geht mit Bestellscheinen und einem Schiebewagen durch die blaue Lego-Kistenreihe und nimmt Teile aus penibel geordneten durchsichtigen Plastiktüten. „Vorige Woche hatten wir eine Lieferung nach Israel zu einem Ingenieurbüro. Das waren 14 Kilogramm“, sagt sie. Also ziemliche viele Steine.

Bei Lego sieht man den Gebraucht-Handel gelassen. „Es ist weder Teil der Strategie der Lego GmbH, den Verkauf von Second-Hand-Produkten zu fördern, noch unternehmen wir den Versuch, dies zu verhindern“, so Unternehmenssprecherin Martina Augenstein.

Bei KiSebA hängt eine Weltkarte, die zeigt, wohin die Lieferungen aus Achim gehen. Rio de Janeiro, Johannesburg, Taipeh, Jekaterinburg, Singapur – überall stecken kleine „Kunden“-Fähnchen. „In vier Jahren ist nur einmal eine Lieferung verloren gegangen – und das war in Deutschland“, sagt Kirst.

LN

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