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Wirtschaft im Norden Kirchenbank nimmt keine Kollekte an
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Kirchenbank nimmt keine Kollekte an
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18:18 10.06.2017

Deutschlands größte Kirchenbank nimmt in Berlin künftig keine Kollektengelder mehr an. „Der Kassenservice am Schalter wurde eingestellt“, bestätigt Albrecht Weisker, der Sprecher der Evangelischen Bank. Als Grund werden die hohen Kosten des Bargeldgeschäfts und Transports genannt. „Auch wir müssen uns Gedanken machen, welche Leistungen im Niedrigzins-Umfeld und in Zeiten der Digitalisierung aufrechterhalten werden können“, sagt er.

Betroffen sind davon erst einmal die beiden Berliner Filialen der Evangelischen Bank. „Für die Gemeinden vor Ort birgt das Probleme, das ist uns bewusst“, sagt Weisker. Die Kirchengemeinden müssen ihre in den Gottesdiensten gesammelten Spendenkollekten künftig bei anderen Kreditinstituten einzahlen. In Kiel, neben Kassel eine der Hauptstellen der Bank, soll es keine Veränderungen geben, versichert Weisker. Das Bargeldmanagement werde beibehalten.

Im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, der die Kollekten verwaltet, sammeln 57 Kirchengemeinden Geld beim Gottesdienst ein. „Jede Kirchengemeinde arbeitet je nach Region mit der Bank ihres Vertrauens zusammen“, erklärt Kirchenkreis-Sprecherin Katja Launer. So bringt die Kirchengemeinde Kücknitz beispielsweise das gespendete Geld zur Volksbank, die Kirchengemeinde St. Jürgen zahlt bei der Sparkasse ein – bisher ohne Extra-Gebühren.

Die Evangelische Bank ist 2014 aus der Fusion der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft (EDG) in Kiel und der Evangelischen Kreditgenossenschaft (EKK) in Kassel hervorgegangen. Die Genossenschaftsbank ist deutschlandweit tätig, hat aber nur ein kleines Filialnetz mit 14 Geschäftsstellen – vorrangig an Orten, die auch Sitz von Landeskirchen sind.

Die Bilanzsumme im vergangenen Jahr wurde mit 7,1 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Bank ist im Finanzkreislauf von Kirche und Diakonie verankert, sie ist aber auch offen für Privatkunden. jup

LN

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