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Klärwerk wird für Industrie und Gewerbe weiterausgebaut

Zweckverband Grevesmühlen wagt einen Ausblick: Herausforderungen für Unternehmen und Kunden Klärwerk wird für Industrie und Gewerbe weiterausgebaut

Kapazität der Anlage wird erhöht / 4,7 Millionen Euro fließen 2016 noch einmal in das Projekt / Die Inbetriebnahme ist für Juni 2016 geplant.

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An der Prozesswasserbehandlungsanlage zur Eliminierung von Stickstoff wird bereits gearbeitet.

Grevesmühlen. Mit hohen Zielen ist der Grevesmühlener Zweckverband in das neue Jahr gestartet. Eine der größten Herausforderungen ist die Vollendung des Ausbaus des Grevesmühlener Klärwerkes von 40 000 auf 65000 Einwohnergleichwerte (ein EGW entspricht rund 120 Liter Abwasser pro Einwohner und Tag).

Allein 2015 waren bereits vier Millionen Euro für diese Erweiterung auf dem Gelände in Grevesmühlen verbaut worden. Gebaut wurden unter anderem eine neue Vorklärung, eine neue Gebläsestation, eine neue Trafostation sowie das dritte von vier Biobecken. Das vierte Becken wird in diesem Jahr gebaut. Dazu kommen 2016 noch ein Nachgärer und eine für die Stickstoffeliminierung wichtige Prozesswasserbehandlungsanlage, die sich bereits im Aufbau befindet. Ziel ist es nach Aussage von Verbandsvorsteher Eckhard Bomball, dass im Juni eine komplette Inbetriebnahme der Erweiterung auf 65 000 Einwohnergleichwerte erfolgt. Dann werden 2016 noch einmal weitere 4,7 Millionen Euro in dieses Projekt geflossen sein. Mit dem Klärwerksausbau trägt man vor allem der Entwicklung des durch Gewerbe und Industrie entstandenen höheren Bedarfs Rechnung, wie der Verbandsingenieur Andreas Lachmann erklärt.

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2015 konnten wir 420000 Euro einsparen.“Eckhard Bomball, Verbandsvosteher

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Von sich reden gemacht hat das Klärwerk in Grevesmühlen nicht zuletzt durch den auf der Anlage selbst produzierten Strom. Deutschlandweit war es 2002 das erste Klärwerk, das den eigenen Bedarf an Energie komplett selbst abdeckte. Zuletzt konnte im vergangenen Jahr mit 277,10 Prozent fast das Dreifache der an eigener Energie benötigten Menge erzeugt werden. Nach Abzug aller Aufwendungen konnte der Zweckverband nach Aussage von Bomball 2015 dadurch 420000 Euro einsparen.

Insgesamt hatten die vom Zweckverband 2015 getätigten Baumaßnahmen im Abwasserbereich ein Volumen von 5,528 Millionen Euro. Dazu gehörte neben der Erweiterung der Kläranlage in Grevesmühlen unter anderem die zentrale Ortsentwässerung in Meierstorf mit Kosten von etwa einer halben Million Euro.

Im Trinkwasserbereich wurden Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 2,341 Millionen Euro realisiert. Der größte Posten davon war der Bau eines neuen Hochbehälters in Schönberg mit zwei Speichern mit einem Volumen von jeweils 750 Kubikmetern Wasser.

Außerdem fanden in der Nähe des Bahnhofs in Klütz mit den Bohrungen die Vorarbeiten für einen weiteren, den dann fünften sich in der Schloss-Stadt befindenden Brunnen statt. Abgeschlossen werden soll 2016 auch die Sanierung des Hauptpumpwerks Im Thurow.

Trotz des in den 90er Jahren gebauten Deichs hatte es in den zurückliegenden Jahren im unteren Teil der Lübecker Straße in Dassow immer wieder Überschwemmungen gegeben. Eine neue Ableitung in die Stepenitz könnte dieses Problem lösen. Mögliche Bauarbeiten sind aber erst nach Gesprächen mit der Stadt Dassow möglich, da nach Aussage des Verbandsvorstehers noch die Frage der Kosten zu klären sei.

Ausbildung von Fachkräften wird immer wichtiger
Die demographische Entwicklung macht vielen Betrieben zu schaffen. Der Anteil der älteren Arbeitnehmer nimmt immer mehr zu. Das trifft auch auf den Zweckverband in Grevesmühlen zu. 42 Prozent der etwa 100 Beschäftigten sind bereits über 50 Jahre alt. In zehn Jahren scheiden 34 Prozent der jetzigen Mitarbeiter altersbedingt aus dem Betrieb aus, wie Ausbildungsleiterin Sandra Krüger erzählt.
Großer Grund zur Sorge besteht aber dennoch nicht. Denn schon seit jeher wird viel Wert auf eine gute Nachwuchsarbeit gelegt. 2015 haben mit Stefan Woitanowksi (Fachkraft für Abwassertechnik), Erik Nobis (Fachkraft für Abwassertechnik), Sven Winter (Kanalbauer) und Felix Kühne (Fachinformatiker) vier Lehrlinge ihre Ausbildung im Zweckverband beendet. Felix war dabei nach Aussage von Krüger sogar der Jahrgangsbeste von Mecklenburg-Vorpommern.

Aktuell sind es sechs Auszubildende, die beim Zweckverband in Grevesmühlen eine Lehre durchlaufen. Berufsausbildungen sind in diesem Betrieb als Kaufmann/-frau für Büromanagement, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und Systemintegration, Kanalbauer, Fachkraft für Abwassertechnik, Fachkraft für Wasserversorgungstechnik sowie Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik möglich.

Bereits im Schulalter erhalten junge Menschen die Möglichkeit, den Zweckverband kennenzulernen. Allein 2015 wurden 25 Praktikums- und 30 Schülerarbeitsverträge abgeschlossen. Auch für dieses Jahr sind schon sehr viele Plätze für Praktikanten vergeben. Darüber hinaus werden schon jetzt Bewerbungen für eine Sommerferienarbeit 2016 angenommen. dh
Gebühren steigen um sechs Cent
Es wird teurer für die Zweckverbände und ihre Kunden. Nachdem der Landtag im Dezember einer Änderung des Wassergesetzes zugestimmt hatte, müssen die Wasserversorger statt wie bisher fünf Cent künftig zehn Cent pro Kubikmeter für die Entnahme von Wasser zahlen. Diese Verdoppelung sprengt jede Kalkulation, wie auch Grevesmühlens Verbandsvorsteher Eckhard Bomball und der Kaufmännische Leiter Thomas Cunitz erklären. Auf den Verband kommen Mehrkosten von jährlich 160 000 Euro zu. Diese zusätzlichen Kosten können, so Bomball und Cunitz, nicht einfach weggedrückt werden. Der Zweckverband muss diese Kosten an die Haushalte weitergeben, die Gebühren erhöhen sich um sechs Cent je Kubikmeter.
Etwa 1,80 Euro muss jeder Bürger ab Januar im Jahr jetzt mehr bezahlen, wie Cunitz erklärt. Denn auf zwölf Monate gerechnet liegt der Wasserverbrauch pro Person bei etwa 30 Kubikmeter.
Mit dem Haushaltsentwurf des Landes hatte sich eine Verdoppelung des Wasserentnahmeentgeltes bereits angekündigt. Empört reagierten Unternehmen wie der Zweckverband in Grevesmühlen im Oktober mit einem offenen Brief an die Landtagsfraktionen, wo sie gegen diese Erhöhung protestierten. Genützt hat es nichts.
Wie hier miteinander umgegangen wurde, darüber ärgert sich Bomball nach wie vor. Zum einen wurde einfach so eine 100-prozentige Erhöhung vorgenommen. Dass auch Versorgungsunternehmen rechnen müssen, daran dachte niemand. Und den eigenen Kunden gegenüber kann man nicht Wort halten. Ihnen wollte man nach einer Anpassung im vergangenen Jahr eine weitere Gebührenerhöhung ersparen.
Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus rechtfertigt die Erhöhung des Wasserentnahmeentgeltes mit Vorhaben für den Gewässerschutz. Um den Naturreichtum zu bewahren, müssten die Bemühungen intensiviert werden. dh

Dirk Hoffmann

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