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Wirtschaft im Norden Kletterhallen: Alpenverein in der Kritik
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Kletterhallen: Alpenverein in der Kritik
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18:10 16.12.2017
München

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat juristischen Ärger. Eine hessische Gerichtsentscheidung mit Signalwirkung könnte den größten Sportverein der Bundesrepublik mit seinen knapp 1,2 Millionen Mitgliedern zu einer Neuorganisation seines deutschlandweiten Netzes von 200 Kletterhallen zwingen. Dabei geht es um die Frage, ob der DAV Vereinssport und Kommerz auf unzulässige Weise miteinander vermengt.

Das Darmstädter Amtsgericht hat angeordnet, dass die örtliche DAV-Sektion sich mit ihrer Kletterhalle als Gewerbe ins Handelsregister eintragen muss. Der Verein sperrt sich, doch das Gericht insistiert. „Die Anordnung gilt“, sagt dessen Vizepräsident Erik Geisler. Und das könnte rechtliche Konsequenzen haben – nicht nur für den Alpenverein. Steuerrechtler beobachten , dass Vereine in kommerzielle Gefilde vorstoßen, in denen sie nichts zu suchen haben. So gibt es Turnvereine, die Fitnessstudios aufmachen. Der hessische Streit läuft seit drei Jahren, auch das Oberlandesgericht Frankfurt war beteiligt. Es kam ebenfalls zu dem Schluss, dass es sich bei der Kletterhalle um ein Gewerbe handle, „das nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert“.

Macht das Beispiel Schule, gingen dem Alpenverein nicht nur Steuervorteile verloren. Kommunen und Bundesländer müssten ihre Förderung des DAV-Hallenbaus überdenken. Denn Zuschüsse für Vereinssport sind zulässig, für Subventionen an die Privatwirtschaft gelten viel strengere Vorgaben.

LN

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