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Kompromiss für alte Schiffe? Skipper bleiben skeptisch

Lübeck Kompromiss für alte Schiffe? Skipper bleiben skeptisch

Seit Monaten sehen sich Besitzer von Traditionsschiffen durch eine strengere Sicherheitsverordnung der Bundesregierung bedroht. Jetzt ist Bewegung in die Sache gekommen. Vor allem die Brandschutzauflagen sind im geänderten Entwurf etwas weniger streng.

Skipper Hans Fuhrmann auf seinem Schiff „Ellen“ im Museumshafen an der Untertrave in Lübeck

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck/Berlin. „Mehrere Punkte wurden entschärft“, erklärte Birgit Malecha-Nissen. „Der Einsatz hat sich gelohnt, wir befinden uns auf einem guten Weg“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete aus Plön, die sich in Berlin für die Anliegen der Skipper eingesetzt hat. Vor allem die Brandschutzauflagen seien im geänderten Entwurf etwas weniger streng. So müssen nur dann zwei Besatzungsmitglieder mit einer Ausbildung an Atemschutzgeräten an Bord sein, wenn mehr als 50 Gäste auf dem Schiff sind, bisher sollte das schon bei mehr als 25 Passagieren der Fall sein. Holztreppen an Bord der alten Schiffe müssten nun auch nicht in jedem Fall mit Stahlkonstruktionen unterlegt werden – das hätte für viele der Ehrenamtler teure Investitionen bedeutet.

Besitzer von Traditionsschiffen in Lübeck freuen sich über diesen Teilerfolg. „Das ist schon ein richtiger Schritt, aber noch nicht genug“, sagt Hans Fuhrmann, Skipper der „Ellen“ vom Verein Museumshafen zu Lübeck. „Wenn das alles gewesen sein soll, können wir nicht zufrieden sein“, sagt Fuhrmanns Kollege Lutz Kirsten, Skipper der „Fridthjof“, und fordert weitere Änderungen. Die Anforderungen bei Seetauglichkeitsuntersuchungen und Besatzungslisten seien „pure Bürokratie“ und für Ehrenamtler ein riesiger Aufwand.

Auch beim Dachverband der Traditionsschiff-Szene überwiegt noch die Skepsis. „Unsere Sorgen sind damit keineswegs ausgeräumt“, sagt Gerhard Bialek von der Gemeinsamen Kommission für historische Wasserfahrzeuge (GSHW), zu der etwa 120 alte Schiffe zählen. „Der neue Entwurf liegt uns noch gar nicht vor. Die Aussage, was die Änderungen bedeuten, können wir erst treffen, wenn wir den Entwurf haben und sorgfältig prüfen können.“ Scheinbar seien aber einige Punkte, die in der gemeinsamen Stellungnahme der norddeutschen Bundesländer gefordert worden seien, nicht aufgenommen worden. „Das gibt uns zu denken“, sagt Bialek. Die GSHW versucht seit längerem, einen Gesprächstermin beim Experten im Bundesverkehrsministerium zu bekommen. „Es wäre sehr wichtig, dass wir dort ein offenes Ohr finden und unsere Argumente vortragen können“, so Bialek.

Im Bundesverkehrsministerium hält man an der grundsätzlichen Absicht der neuen Schiffssicherheitsverordnung (SSVO) fest. Sie diene dem Erhalt des gewerblichen Einsatzes von Traditionsschiffen und solle zugleich die Sicherheit von Besatzungen und Passagieren gewährleisten. Bundesländer und Verbände hatten ihre Stellungnahmen zum SSVO-Entwurf bis Anfang Oktober abgegeben. Ihre Hinweise und Einwände würden nun ausgewertet und könnten zu Veränderungen führen. Das Berliner Ministerium halte jedoch am bisherigen Zeitplan fest. Danach solle die veränderte SSVO „Anfang 2017“ in Kraft treten, sagte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums in Berlin. Für einzelne Neuregelungen werde es Übergangsfristen geben.

Im Ministerium von Alexander Dobrindt (CSU) sieht man auch deshalb Bedarf für eine Neuregelung, weil im Zeitraum von 2006 bis heute 185 Unfälle oder Havarien mit Traditionsschiffen bekannt geworden sind.

 Christian Risch und Reinhard Zweigler

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