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Korruption? Airbus in der Krise

Paris Korruption? Airbus in der Krise

Konzernchef stellt seine Mitarbeiter auf „turbulente Zeiten“ ein.

Paris. . Die Ansage von Airbus-Chef Tom Enders an seine Mitarbeiter verrät, wie dramatisch die Lage ist. „Keep calm and carry on“, schrieb er in einem Rundschreiben an die Beschäftigten des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns – ruhig bleiben und weitermachen. Eine britische Durchhalteparole aus Kriegszeiten. Europas Flugzeugriese wird von schweren Turbulenzen erschüttert. Behörden ermitteln nach einer Selbstanzeige schon länger wegen Korruptionsverdachts. Enders’ ungewöhnlicher Brief machte die Dimension der Angelegenheit deutlich: Der Deutsche sprach von einer Krise und warnte vor der Möglichkeit „schwerwiegender Konsequenzen, einschließlich erheblicher Strafen für das Unternehmen“.

Berichte des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ und des französischen Internetportals „Mediapart“ hatten das Thema zurück ins Rampenlicht katapultiert. Gesprochen wird über zwei Themenblöcke:

zum einen die Umstände des Verkaufs von 15 Eurofighter- Kampfjets nach Österreich. Zum anderen geht es um Ermittlungen wegen Korruptionsvorwürfen beim Geschäft mit Passagierflugzeugen.

Das britische Serious Fraud Office (SFO) ermittelt in diesem Zusammenhang seit vergangenem Jahr wegen des Verdachts auf Betrug, Bestechung und Korruption. Airbus hatte nach eigenen Angaben selbst „falsche Angaben und Auslassungen“ in Anträgen auf Finanzierungshilfen für Airbus-Kunden entdeckt und bei den Behörden angezeigt. Es geht um die Zusammenarbeit mit externen Beratern. Zu Details äußert das Unternehmen sich weiterhin nicht.

Schon deutlich länger laufen die Untersuchungen zum Kampfjet-Geschäft mit Österreich. Airbus erklärt auf seiner Webseite, dass diese Ermittlungen in Wien und München nicht mit denen in Frankreich und Großbritannien zusammenhingen – und auch die Behörden haben bislang nicht von einer Verbindung gesprochen. Die Staatsanwaltschaft München prüft im Zusammenhang mit dem Eurofighter-Verkauf seit 2012 Zahlungen an Firmen in Großbritannien. Sie geht nach früheren Angaben dem Verdacht nach, dass aus dem Konzern Geld in schwarze Kassen geflossen sein könnte, um daraus Schmiergeld zu zahlen. Es gebe aber „wenig Anhaltspunkte“ für Bestechung, hatte die Behörde im Februar erklärt.

Als aus Airbus-Sicht deutlich heikleres Thema erscheinen die Korruptionsvorwürfe beim Geschäft mit Verkehrsflugzeugen. Enders verteidigte in seinem Brief die Selbstanzeige – „der einzige Weg im Einklang mit unseren Wertvorstellungen“, wie er schreibt. Spekuliert wird, dass diese grundsätzlich auch die Möglichkeit zu einer Einigung mit der SFO eröffnen könnte, bei der das Verfahren gegen Zahlung einer Strafe beigelegt werden würde.

Klar ist aber, dass der europäische Riese an der Angelegenheit noch länger zu knabbern haben wird. Das könnte auch am Image kratzen. In Gewerkschaftskreisen ist bereits die Befürchtung zu hören, dass , falls tatsächlich höhere Strafzahlungen fällig werden sollten, dies zulasten der Arbeitnehmer gehen könnte.

Sebastian Kunigkeit

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