Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Kreditkarten-Einkauf soll sicherer werden
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Kreditkarten-Einkauf soll sicherer werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:18 15.04.2017

Bisher war es ganz einfach: Wer mit seiner Kreditkarte im Internet einkaufen wollte, musste die 16-stellige Nummer eingeben und die dreistellige Zahl, die auf der Rückseite der Karte steht. Jetzt wird immer häufiger nach dem Secure Code gefragt, eine neue, zusätzliche Zahlenkombination, die das Shoppen im Internet sicherer machen soll.

„Das ist eine Reaktion auf den massenhaften Betrug im Internet.Michael Herte, Verbraucherzentrale

Doch viele Inhaber einer Visa- oder Mastercard wissen noch nichts von dieser neuen Anforderung. Das führt dazu, dass sie den Zahlungsvorgang am Ende abbrechen müssen, weil sie beim Secure Code nicht weiter kommen. Ärgerlich, wenn es darum geht, schnell zu sein, um etwa begehrte Konzerttickets zu ergattern.

„Der Secure Code ist eine Reaktion der Kartenanbieter auf die rasant zunehmenden Fälle von Betrug und Täuschung im Internet“, erklärt Michael Herte, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Die Kunden sollen daran gewöhnt werden, dass es in Zukunft nicht mehr ausreicht, bei Bestellungen nur die Kartennummer anzugeben.“ Eine EU-Richtlinie namens „Payment Services Directive 2“ (PSD2) müsse bis Ende 2017 umgesetzt werden. Sie macht strengere Vorschriften für elektronische Zahlungen und will die Kunden besser schützen.

Der Secure Code sei eine der ersten Maßnahmen und nur der Anfang. Die Verbraucherzentrale hatte einige Anfragen zum Thema. „Meist von Kunden, die ihre Karte nicht regelmäßig im Internet nutzen“, sagt Herte. Ihnen rät er, Kontakt zur Bank aufzunehmen und nach dem persönlichen Secure Code zu fragen.

Von „Sicherheit auf hohem Niveau“ spricht die Kartengesellschaft Mastercard. Man vereinbare einen persönlichen Sicherheitscode und einen persönlichen Begrüßungstext. Er diene als Erkennungszeichen.

Durch Eingabe dieses Codes identifiziere man sich als rechtmäßiger Karteninhaber, heißt es auf der Internet-Seite.

Aufgrund von gesetzlichen Anforderungen und der stetig wachsenden Zahl von Missbrauch von Kreditkarten sei dieses moderne Verfahren entwickelt worden, schreibt die Sparkasse zu Lübeck in ihrem Informationsblatt, das sie an ihre Kunden verschickt hat. Mit Hilfe einer App auf dem Mobiltelefon könne man die Zahlung bestätigen, wenn man sich vorher unter www.s-id-check.de im Internet registriert hat. Aber: „Auch für Karteninhaber ohne Smartphone ist die Neuregistrierung erforderlich“, heißt es. Das derzeit gültige Sicherheitsverfahren werde demnächst nicht mehr betrieben. Eine Zahlung im Internet mit einer Sparkassen-Kreditkarte sei dann bei teilnehmenden Händlern nur noch möglich, wenn die Kreditkarte zuvor registriert worden sei.

Bei der Volksbank Lübeck müssen sich die Kunden für das 3-D-Secure-Verfahren von Mastercard und Visa über die Internetseite registrieren. Seit Anfang März sei das neue Verfahren in Betrieb. „Kunden, die das 3-D-Secure-Verfahren nutzen, haben wir im Januar angeschrieben und informiert", sagt Oliver Bandmann, Abteilungsleiter Privatkunden. „Probleme beim Einkaufen mit der Kreditkarte im Internet könnte es geben, sofern der Kunde seit dem 28. Februar noch keine Sicherheitsabfrage hinterlegt hat.“ Bei der Commerzbank bekomme man einen TAN-Code aufs Handy, so ein Sprecher. Voraussetzung sei, dass man am Online-Banking teilnehme.

Christian Risch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Meyers Marktplatz: Der Blick auf die Börsenwoche.

15.04.2017

Tester prüften im März acht Kreditinstitute.

15.04.2017

Lübecker lernt das Fahren, Rangieren und Zusammenstellen von Zügen – Bahn hat Nachwuchssorgen.

15.04.2017
Anzeige