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Wirtschaft im Norden Kreuzfahrtkabinen aus Wismar
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20:34 01.09.2017
Genting-Chef Colin Au (l.) und Minister Harry Glawe (CDU, Mitte) besichtigen die erste Kabine. Quelle: Foto: Büttner/dpa
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Wismar

Die malaysische Genting-Gruppe als Eigner der MV Werften treibt die Vorbereitungen für den Bau riesiger Kreuzfahrschiffe in Mecklenburg-Vorpommern weiter voran.

Gestern Mittag begann in Wismar die Produktion der Passagierkabinen für die Schiffe der sogenannten Global Class. Dafür hatte der Konzern bereits Ende 2016 nicht mehr genutzte Werkshallen der früheren Wismarer Solarfabrik erworben. 13 Millionen Euro sollten in Hallenumbau und Maschinen investiert werden.

Laut Werft-Leitung werden die 15 bis 20 Quadratmeter großen Kabinen vollständig vorgefertigt und dann als Module auf den Schiffen eingebaut. An den Produktionslinien für die Kabinen sollen etwa 200 Menschen Arbeit finden. Anfang 2019 soll dann mit dem Bau der 342 Meter langen Fahrtgastschiffe begonnen werden. Daran werden alle drei Werften in Wismar, Rostock und Stralsund beteiligt sein.

Kleinere Flusskreuzfahrtschiffe für die konzerneigenen Reedereien sind in Wismar bereits im Bau.

Genting hatte im April 2016 die drei früheren Nordic-Werften an der Ostsee für 230 Millionen Euro übernommen. Der vor allem in den Bereichen Tourismus, Glücksspiel und Energie agierende Milliarden-Konzern will damit seine Position im weltweit boomenden Schiffstourismus ausbauen. Für zunächst 3,5 Milliarden Euro will Genting auf seinen MV Werften Passagierschiffe bauen lassen – vom Flusskreuzfahrtschiff über Luxus-Eismeer-Yachten bis hin zum Ozeanriesen für 5000 Passagiere und 2500 Crewmitglieder.

Bund und Land hatten sich erst jüngst bereiterklärt, mit staatlichen Schiffbau-Bürgschaften die Finanzierung der Schiffe mit abzusichern. Gespräche dazu laufen. Die notwendigen Entscheidungen sollten noch vor der Bundestagswahl Ende September getroffen werden, hatte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) Anfang August erklärt.

Gestern begannen bei der MV- Werften-Gruppe 90 junge Leute eine Lehre, zwölf weitere nahmen ein duales Studium auf. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), dessen Haus eine Qualifizierungsoffensive für den Schiffbau finanziell unterstützt, begrüßte das Engagement der Schiffbau-Gruppe als „klares Bekenntnis für die Region und für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern“.

LN

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