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Wirtschaft im Norden Kündigung am Sonntag: Anwalt verliert erneut vor Gericht
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Kündigung am Sonntag: Anwalt verliert erneut vor Gericht
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21:16 11.12.2015

Weil ein Lübecker Rechtsanwalt einer Mitarbeiterin nach der Probezeit nicht fristgemäß gekündigt hat, muss seine Kanzlei die Angestellte zunächst weiterbeschäftigen. Dies entschied das Schleswig-Holsteinische Landesarbeitsgericht in einem Urteil (AZ. 2 Sa 149/15), bestätigte die Pressestelle auf Nachfrage.

Drei Monate lang war die Reno-Gehilfin in der Lübecker Anwaltskanzlei tätig, verdiente 1560 Euro brutto für 30 Wochenstunden. Mit Ablauf der Probezeit landete die Kündigung in ihrem Briefkasten.

Gerade noch rechtzeitig, meinte der Arbeitgeber — am letzten Tag des Monats. Doch der fiel auf einen Sonntag. Die Mitarbeiterin klagte gegen die Kündigung und obsiegte in zwei Instanzen.

Dass das Schreiben nicht fristgerecht zugestellt war, hatte bereits im April das Arbeitsgericht Lübeck entschieden. Da half es dem beklagten Rechtsanwalt auch nicht, dass er die Kündigung damals durch einen Boten zustellen ließ. Vergeblich versuchte er auch geltend zu machen, die Klägerin wisse doch, dass er regelmäßig sonntags arbeite.

Zudem argumentierte der Anwalt, das Wohngebiet der Klägerin werde am Wochenende mit Anzeigenblättern versorgt. Dort sei es üblich, den Briefkasten auch sonntags zu sichten. Doch laut Urteil musste die Klägerin am Sonntag nicht mit Post rechnen. Die Kündigung sei deshalb frühestens am Montag zugegangen, so die Richter.

Auch wenn die Sendung an einem Werktag, aber zu spät — nach Ablauf der ortsüblichen Briefkastennachschau — ins Haus flattert, gelte sie erst am Folgetag als zugestellt, erklärte das Landesarbeitsgericht. Der Anwalt muss die peinliche Schlappe nach zwei Instanzen hinnehmen und die gekündigte Mitarbeiterin zwei Wochen länger als geplant bezahlen: Eine Revision wurde nicht zugelassen.

gey

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